Mutmaßlicher Spion: Auslieferung nach Großbritannien möglich

Mutmaßlicher Spion: Auslieferung nach Großbritannien möglich

Ein Brite, der für Russland spioniert haben soll, wird möglicherweise von Deutschland nach Großbritannien ausgeliefert. Die Generalstaatsanwaltschaft Brandenburg teilte mit, dass ein Auslieferungsersuchen der britischen Behörden gegen den Mann eingegangen sei. «Die Prüfung dieses Ersuchens dauert an», sagte Oberstaatsanwalt Marc Böhme am Freitag in Brandenburg/Havel. Der «Spiegel» hatte zuvor über das Ersuchen berichtet. Die Dauer der Prüfung war zunächst offen.

Beamte des Bundeskriminalamts hatten den Mann am 10. August in Potsdam wegen mutmaßlicher Agententätigkeit festgenommen. Er ist Brite, arbeitet für die britische Botschaft in Berlin und soll für Russland spioniert haben.
Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann vor, dass er einem russischen Geheimdienst gegen Geld Dokumente verschafft haben soll. Spätestens seit November 2020 soll er für den fremden Geheimdienst gearbeitet haben und ihm mindestens einmal Material übermittelt, an das er im Zuge seiner Arbeit gelangte. Wieviel Bargeld er bekam, war unklar.
Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe entschied, dass der Mann in Untersuchungshaft kam. Zu der Festnahme hatten nach Angaben aus dem britischen Innenministerium gemeinsame Ermittlungen deutscher und britischer Behörden beigetragen. Das Auswärtige Amt in Berlin hatte nach der Festnahme betont, dass geheimdienstliches Ausspähen eines engen Bündnispartners auf deutschem Boden nicht akzeptiert werde.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. Dezember 2021 13:51 Uhr

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