Covid-Fälle: Ärzte und Rettungsdienste am Ende der Kräfte

Covid-Fälle: Ärzte und Rettungsdienste am Ende der Kräfte

Ärzte und Rettungsdienste in Brandenburg haben in der Corona-Pandemie nach eigenen Schilderungen die Belastungsgrenzen überschritten.

Intensivstation

© dpa

Geräte stehen und hängen in einem leeren Zimmer auf einer Corona-Intensivstation.

«Die Mitarbeiter sind nach anderthalb Jahren in der Pandemie ausgelaugt, es sieht schlecht aus», sagte der Geschäftsführer des Cottbuser Carl-Thiem-Klinikums (CTK) Götz Brodermann der Deutschen Presse-Agentur am 29. November 2021. Mit Stand Montag würden 50 Covid-Patienten betreut, 13 von ihnen seien auf der Intensivstation. «Wir haben kontinuierlich steigende Fallzahlen an Covid-Patienten im Klinikum und auch in umliegenden Krankenhäusern», so Brodermann. Belastend komme hinzu, dass es in den letzten acht Wochen zwei Corona-Ausbrüche im Klinikum gegeben habe. Patienten werden getestet, entwickelten aber teilweise erst drei Tage später Symptome. Darauf werde dann schnell reagiert.«Wir brauchen Maßnahmen, um die Kontaktbeschränkungen durchzusetzen und als zweites: Impfen, Impfen,Impfen», forderte der CTK-Geschäftsführer. Die Einrichtung ist Schwerpunktversorger im Süden, der derzeit Corona-Hotspot ist.
Nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind 532 von 625 Intensivbetten im gesamten Land derzeit belegt. Pro Standort sind im Durchschnitt noch 1,9 Prozent der Intensivbetten frei.
In den vergangenen zwei Wochen seien 50 Patienten innerhalb des Landes verlegt worden, berichtete Ingolf Zellmann, Leiter der Leitstelle Lausitz. Dort ist die Zentrale Koordinierungsstelle für Luftrettung angesiedelt (ZKS), sie hat die Steuerung bei der Patientenverlegung für das Land übernommen. «Wir sind deutlich am Limit», beschrieb er die Lage. Die Rettungsdienste hätten längere Fahrzeiten, weil Patienten in nahen Krankenhäusern nicht mehr untergebracht werden können. «Wir haben deshalb einen viel höheren Koordinierungsaufwand.» Die übliche Versorgung von Patienten laufe größtenteils nicht mehr.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 29. November 2021 16:19 Uhr

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