Dreier-Kollektiv leitet Schauspiel am Staatstheater Cottbus

Dreier-Kollektiv leitet Schauspiel am Staatstheater Cottbus

Das Schauspiel am Cottbuser Staatstheater wird in der kommenden Spielzeit 2022/2023 von einem Dreier-Team geleitet: Franziska Benack, Armin Petras und Philipp Rosendahl übernehmen die künstlerische Leitung der Sparte gleichberechtigt. «Wir kennen uns schon eine Weile und sind gewohnt, miteinander zu arbeiten», sagte Benack zur neuen Besetzung in der Dramaturgie am Montag. Alle Drei vereine der Glaube an das Stadttheater. Es sei einer der letzten Orte, wo Menschen aller Generationen und Gesellschaftsschichten zusammentreffen und diskutieren könnten, sagte Petras. Er sieht das Theater derzeit allgemein in der Krise, nicht nur wegen Corona oder den neuen Medien. Das habe auch mit einer generellen Vereinzelung in der Gesellschaft zu tun, glaubt der Regisseur.

Staatstheater Cottbus

© dpa

Das Gebäude des Staatstheaters Cottbus.

Petras war früher unter anderem Intendant des Maxim-Gorki-Theaters Berlin. Er hatte seit 1992 in der Region gearbeitet, etwa als Regisseur am Kleisttheater Frankfurt (Oder). In Cottbus brachte er vor einem Jahr das Stück «Umkämpfte Zone» auf die Bühne. Es basiert auf dem gleichnamigen Roman von Ines Geipel. Rosendahl kommt als Hausautor neu dazu. Theaterwissenschaftlerin Benack arbeitet bereits seit dieser Spielzeit als geschäftsführende Dramaturgin im Cottbuser Schauspiel.
Der gesellschaftliche Wandel, der Rückzug ins Private in der Corona-Pandemie stelle das Theater vor neue Aufgaben, sagte Intendant Stephan Märki bei der Vorstellung des Teams. «Das Theater steht auf dem Prüfstand», schätzte Rosendahl ein. Es müsse geschaut werden, wie man die Menschen nach Pandemie und Rückzug weg von «Netflix-Serien und Skype-Gesprächen» wieder für Theater begeistern könne, damit sie «den Moment des Zusammenseins» wieder zu schätzen wüssten.
Die Form der Führung im Schauspiel bezeichnete Rosendahl als relativ neu - auch bundesweit. Das Ensemble und auch die Stadtgesellschaft solle in die Arbeit mit einbezogen werden. Für die kommende Spielsaison lägen bereits über 100 Vorschläge von Titeln auf dem Tisch. Konkrete Stücke für die nächste Spielzeit wurden noch nicht genannt. Geplant seien aber auch wieder spartenübergreifende Produktionen. Am Staatstheater gibt es auch Sparten für Musiktheater, Tanz und Konzert.
Die bisherige Schauspieldirektorin Ruth Heynen hatte das Haus im Juli «in gutem gegenseitigen Einvernehmen» verlassen. Sie wolle sich neuen beruflichen Aufgaben und Projekten widmen, hieß es vom Theater.
In dieser Spielzeit 21/22 sind unter anderem 22 Premieren, 8 Philharmonische Konzerte und 2 Konzertgastspiele geplant. Allein zehn Uraufführungen sind in den Sparten Schauspiel, Musiktheater und Ballett angekündigt. Darüber hinaus wird es Familien,- Schul- und Kammerkonzerte geben. 17 Gastspiele führen Musiktheater und Ballett nach Potsdam, Frankfurt (Oder) und Brandenburg an der Havel. Geplant wird unter Pandemiebedingungen erst einmal bis Ende dieses Jahres, mit Abstand und der 3G-Regelung.
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So inszeniert Petras den «Biberpelz» nach Gerhard Hauptmann und will dabei starke Frauenfiguren in den Vordergrund rücken. Zudem bringt er noch die Produktion: «Two Penny Opera» auf die Bühne nach der Musik von den Tiger Lillies, die ihr Stück auf Grundlage von Brechts «Dreigroschenoper» erarbeitet haben.
Regisseurin Blanca Blanka Rádóczy rollt ihre ursprünglich für die vergangene Saison geplante Bearbeitung von Stanisław Lem's «Solaris» angesichts der Pandemie-Erfahrungen noch einmal neu auf. Auch Stoffe von Shakespeare bis Dostojewski gehören zum Programm.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 25. Oktober 2021 16:43 Uhr

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