Internationale Schau in Lieberose eröffnet

Internationale Schau in Lieberose eröffnet

Im Schloss Lieberose sind seit diesem Samstag Werke internationaler Künstlerinnen und Künstler zu sehen, die die von Corona ausgelösten Unsicherheiten der Menschen aufgreifen. Unter dem Titel «Ich bin Natur - Von der Verletzlichkeit. Überleben in der Risikogesellschaft.» zeigt das Kunstprojekt Rohkunstbau bis zum 3. Oktober unter anderem Installationen und Malerei, Zeichnungen, Fotografie und Skulpturen.

Schloss Lieberose

© dpa

Blick auf das Schloss Lieberose.

Schon am Samstag seien zahlreiche Besucher gekommen, sagte Kuratorin Heike Fuhlbrügge der Deutschen Presse-Agentur. Auch am Sonntag kamen Interessierte zur Schau, allerdings gab es noch einige der 300 Tickets, die pro Tag verkauft werden, wie Projektleiterin Inka Thunecke am Sonntag berichtete. In die Ausstellung können wegen der Corona-Abstandsregeln höchstens 50 Besucher gleichzeitig, die Einwohner von Lieberose haben freien Eintritt. Sie hätten schon vor der Eröffnung öfter vorbeigeschaut und auch Unterstützung angeboten, sagte die Kuratorin. Der Förderverein «Stadt Lieberose» organisiert unter anderem die Ausstellungsaufsichten zusammen mit anderen Vereinen. Es ist die zweite Ausstellung des Kunstprojektes, die unter Corona-Bedingungen entstand.
Der in Berlin lebende Maler Armin Boehm zeigt «Beziehungsbilder» aus der Zeit der Pandemie. Der Künstler Michael Morgner aus Chemnitz befasst sich mit dem Gefühl der Angst. In der ehemaligen Schlossküche bewegt sich der Besucher durch sieben Tonnen Sand zur Kunst des in Berlin lebenden Künstlers Michael Müller. «Wir mussten schon gewisse logistische Herausforderungen meistern», sagte Fuhlbrügge.
Unter anderem habe sie für die Performance «Wish Trees» der Künstlerin Yoko Ono drei regionale Bäume in Dubrau (Oberspreewald-Lausitz) gekauft, so wie es die Amerikanerin wollte. Fuhlbrügge sprach das mit dem Studio der Künstlerin ab. Yoko Ono drückt in «Wish Tree» die Hoffnung aus, eigene Wünsche an Bäume hängen zu können. «Das Werk ist eine Art Live-Performance, die durch die Teilnahme der Besucher vollendet wird - ein positives Momentum im Rahmen der Ausstellung, die sich kritisch mit den Fragen von Umwelt und Gesellschaft auseinandersetzt», erläuterte Fuhlbrügge.
Unsichtbare Bedrohungen, Naturbetrachtungen, Entwicklung neuer Kulturtechniken, Radioaktivität, Pandemie, Unbehagen und Klimawandel - die Ausstellung betrachtet nach Auskunft von Fuhlbrügge existenzielle Themen der Zeit.
Außerhalb des Schlosses sind großformatige Bilder der Künstlerin Luzia Simons zu sehen. Der Außenbereich mit Schlosspark wird ansonsten nicht für die Ausstellung genutzt. Fuhlbrügge könnte sich aber für die Zukunft auch einen Skulpturenpark vorstellen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 20. Juni 2021 20:32 Uhr

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