Lockerungen in Sicht: Augenmerk auf Kinder in Pandemie

Lockerungen in Sicht: Augenmerk auf Kinder in Pandemie

Kurz vor dem Pfingstwochenende entwickelt sich die Zahl der Corona-Fälle in ganz Brandenburg weiter positiv - damit können ab diesem Freitag (21.5.) fast überall Lockerungen gelten. Die Zahl der neuen Infektionen innerhalb einer Woche je 100 000 Einwohner sank erneut. Der Wert lag am Donnerstag bei 51,4 - nach 55,8 am Mittwoch. Bis auf den Landkreis Elbe-Elster und Cottbus lagen alle Kreise am Donnerstag fünf Werktage und zwei Übergangstage hintereinander stabil unter der Marke 100, wie das Gesundheitsministerium weiter mitteilte. Dann ist der Besuch von Gaststätten im Freien mit negativem Test und Termin möglich, ebenso Konzerte und Theater draußen mit Negativtest und bis zu 100 Leuten sowie das Übernachten in Ferienwohnungen, auf Campingplätzen und Charterbooten.

Björn Lüttmann

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Björn Lüttmann (SPD) spricht.

Im Landkreis Elbe-Elster sollen voraussichtlich an diesem Sonntag Lockerungen gelten. Die offizielle Bekanntmachung erfolge erst an diesem Freitag mit dem fünften Werktag der Unterschreitung der Inzidenz von 100, teilte der Kreis am Donnerstag mit. Dort lag die Sieben-Tage-Inzidenz erst den vierten Werktag in Folge unter 100.
Die zweitgrößte Stadt Brandenburgs, Cottbus, braucht noch einen Übergangstag unter dem Inzidenzwert von 100. Ab Samstag (22.5.) seien dann die Öffnung der Außengastronomie und Veranstaltungen von Theatern, Konzert- und Opernhäusern, Kinos und ähnlichen Einrichtungen unter freiem Himmel mit bis zu 100 Personen möglich, hatte die Stadtverwaltung mitgeteilt. Dann öffnen auch das Schloss Branitz und der Marstall mit der neuen Sonderausstellung «Pückler industriös». Im Schloss kann nach Angaben der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz der frisch restaurierte Grüne Saal besichtigt werden. Auch Geschäfte öffnen dann für eine begrenzte Kundenzahl, aber ohne Negativtest.
Die Gesundheitsämter meldeten am Donnerstag 307 neue Corona-Fälle, nach 270 am Mittwoch. Laut Gesundheitsministerium werden derzeit 227 Patienten wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus behandelt, davon befinden sich 64 in intensivmedizinischer Behandlung, hiervon müssen 60 beatmet werden.
Die Landesregierung soll die gesundheitlichen Folgen der Corona-Beschränkungen für Kinder und Jugendliche mehr in den Fokus rücken. Darauf zielt ein Beschluss des Landtags vom Donnerstag ab. Auf Antrag der rot-schwarz-grünen Koalition soll die Landesregierung Wege dahin prüfen, dass mehr Kinder die ärztlichen U-Untersuchungen - das sind regelmäßige kinderärztliche Untersuchungen - besuchen. Sie soll mehr Personal in den Gesundheitsämtern ermöglichen und die Suchtprävention verbessern. Kinder- und Jugendbeauftragte sollen dem Landtag über die Folgen der Pandemie berichten.
«Die Nerven liegen blank in den Brandenburger Familien, und vor allem bei den Kindern», begründete der SPD-Abgeordnete Björn Lüttmann den Antrag mit zwölf Einzelpunkten. Die Opposition kritisierte die Initiative als unzureichend und verspätet.
Das Innenministerium hatte zu Jahresbeginn berichtet, dass in der Corona-Pandemie die Gewalt innerhalb von Familien zwischen Ende Februar und der zweiten Septemberhälfte des vergangenen Jahres zugenommen hat. Die Zahl der Fälle häuslicher Gewalt war demnach um 25 Prozent höher gewesen als im Vorjahreszeitraum.
Seit der Öffnung der Priorisierungsgruppe 3 gibt es nach Angaben der Kassenärzte einen Andrang in Arztpraxen. Die Brandenburger Verbände der Freien Wohlfahrtspflege empfehlen auch deshalb ein pragmatisches Vorgehen bei der Impfstrategie. «Nicht jeder Impfstrang wird offenbar von den priorisierten Gruppen auch gleichermaßen akzeptiert», sagte Bernd Mones, Vorsitzender der LIGA der Freien Wohlfahrtspflege - Spitzenverbände im Land Brandenburg. Deshalb solle bei der Impfstrategie umgesteuert werden. Menschen sollten zum Impfen vor Ort durch mobile Teams aufgesucht werden. Diese könnten vor allem besonders benachteiligten und schwer erreichbaren Menschen wie Wohnungslosen den notwendigen Impfschutz verabreichen. Zudem könnten so auch entlegene Orte ohne hohe Hausarztdichte erreicht werden.
Impfupdate: Schutzimpfungen in Brandenburg
Nach Angaben des Impflogistikstabes haben bereits rund 851 500 Menschen eine Erstimpfung erhalten - etwa ein Drittel der Bevölkerung. Knapp 334 000 Personen sind vollständig geimpft, 13,5 der Bevölkerung. Bislang wurden knapp 1,2 Millionen Impfungen verabreicht im Land (Stand: 19.05).

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. Mai 2021 17:40 Uhr

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