Arbeitsgruppe prüft Kolonialbezüge

Arbeitsgruppe prüft Kolonialbezüge

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) will sich auch weiter kritisch mit Kunstwerken oder Objekten aus der Kolonialzeit auseinandersetzen. Die öffentliche Debatte über die koloniale Vergangenheit wirke sich auf viele Bereiche des gesellschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Lebens und damit auch auf die Arbeit in musealen Einrichtungen aus, teilte die Stiftung am Freitag mit. Bereits seit 2020 beschäftigt sich eine Steuerungsgruppe mit der Erklärung kolonialer Bezüge. Ein erstes Ergebnis ist die Umbenennung des «Mohrenrondell» im Park Sanssouci, das nun wieder den Namen «Erstes Rondell» zurück erhält.

Dort führt künftig eine neue Informationstafel in die Geschichte des Ersten Rondells und seines Skulpturenprogramms ein, wie die Stiftung am Donnerstag weiter mitteilte. Mittels QR-Code ist ein Beitrag über die auf hohen Postamenten aufgestellten Bildnisbüsten afrikanischer Frauen und Männer sowie der römischen Kaiser Titus Vespasianus und Marc Aurel auf einer neu eingerichteten Themenseite der SPSG-Homepage www.spsg.de/kolonialekontexte abrufbar.
Zwar habe die Stiftung nach aktuellen Erkenntnissen keine Objekte in ihren Beständen, die auf kolonial bedingte Erwerbungen zurückgingen, hieß es. In jedem konkreten Fall solle aber kritisch darüber befunden werden, ob die Titel der in den Schlössern und Gärten der Stiftung präsentierten Kunstwerke und Sammlungsobjekte den tatsächlichen historischen Gegebenheiten entsprechen. Gegebenfalls müssten sie geändert oder ihr historischer Hintergrund erläutert werden. So forscht die SPSG derzeit unter anderem auch nach Namen und Familiengeschichten von auf Gemälden abgebildeten schwarzen Menschen, deren Identität ermittelt und deren Sozialgeschichte am Hof beleuchtet werden soll.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 14. Mai 2021 14:12 Uhr

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