Viele kleinere Demonstrationen zum 1. Mai in Brandenburg

Viele kleinere Demonstrationen zum 1. Mai in Brandenburg

Mit vielen kleineren Demonstrationen hat Brandenburg den Mai-Feiertag in der Corona-Krise erlebt. Allein in Cottbus gab es am Tag der Arbeit sieben Veranstaltungen, wie die Polizeidirektion West mitteilte. Am Potsdamer Bassinplatz standen am Vormittag bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Westbrandenburg gleich zwei Kanzlerkandidaten auf der Bühne.

1. Mai - Demonstrationen - Potsdam

© dpa

Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Bündnis90/Die Grünen) kommen zu einer Kundgebung des DGB auf den Bassinplatz.

«Es reicht nicht, wenn man Pflegekräften zuklatscht. Es reicht nicht, wenn man als Politikerin danke sagt, und wenn alle geimpft sind, dann gehen wir einfach zu dem Zustand davor zurück», sagte Grünen-Chefin Annalena Baerbock. Es gehe um vernünftigen Lohn und vernünftige Arbeitsbedingungen.
Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) forderte auf der Bühne am Bassinplatz Konsequenzen aus der Pandemie. «Es kann nicht bei dem bleiben, wie es ist», sagte er mit Blick auf Kurzarbeit, Entlassungen und ungleiche Löhne. Scholz forderte mehr Tarifverträge und bessere Kontrollen. «Wir müssen sicherstellen, dass es eine Grenze nach unten gibt», sagte der Bundesfinanzminister.
Wie auch Scholz will Baerbock in Potsdam das Direktmandat bei der Bundestagswahl holen. Zur dortigen DGB-Veranstaltung kamen rund 100 Menschen, mehr sind nach den derzeitigen Corona-Regeln in der Landeshauptstadt, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag bei 123,1 und am Sonntag bei 118,7 lag, nicht erlaubt.
Bei der Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Südbrandenburg/Lausitz am Parkplatz des Lausitzparks kamen nach DGB-Angaben rund 250 Menschen mit Abstand in 100 Autos zusammen - die Kundgebung fand im Cottbuser Autokino statt. Dem DGB zufolge forderte Scholz, der auch hier zu den Rednern zählte, einen Mindestlohn von 12 Euro und Tarifverträge überall mit gleichem Lohn für gleiche Arbeit in Ost und West.
Im Potsdamer Lustgarten standen knapp 100 Gäste der AfD-Kundgebung mehreren Hundert Gegendemonstranten gegenüber. Die Teilnehmer hielten selbstgebastelte Plakate mit der Aufschrift «Stoppt die AfD» oder «Rassismus ist keine Alternative» hoch. «Ganz Potsdam hasst die AfD», riefen die Gegendemonstranten den AfD-Teilnehmern entgegen. Polizisten und eine Absperrung trennten die Teilnehmer der beiden Veranstaltungen voneinander. Auf der AfD-Demonstration hatten Menschen Deutschland-Fahnen und solche der Jungen Alternative dabei.
Zur AfD-Kundgebung unter dem Motto «Sozial ohne rot zu werden» kamen unter anderem der niedersächsische Landeschef Jens Kestner sowie sein Kollege aus Sachsen-Anhalt, Oliver Kirchner. Kestner rief den Gegendemonstranten zu: «Ihr seid Deutschlandabschaffer».
Aus Brandenburg waren unter anderem der AfD-Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow, der ohne Maske zur Kundgebung kam, der Vizepräsident des brandenburgischen Landtages, Andreas Galau, sowie der parteilose Ex-Landeschef Andreas Kalbitz dabei. Galau forderte: «Schluss mit dem Lockdown, macht die Läden wieder auf.»
Nach Angaben der Polizeidirektion West am Sonntag verliefen die Veranstaltungen friedlich und störungsfrei. Mit aufgestellten Hinweisschildern und Bannern erinnerte die Polizei an Maskenpflicht und Mindestabstand. Sieben Teilnehmer seien angesprochen und auf die Corona-Regeln hingewiesen worden. Alle hätten Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht vorgezeigt. Kurz nach den Versammlungen sei es an der Langen Brücke zu einer Körperverletzung zwischen einem Mann und einer Versammlungsteilnehmerin gekommen.
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Rund 300 Polizisten waren in Potsdam an dem Tag bei den Kundgebungen im Einsatz, so Einsatzleiter Karsten Schiewe. Nach Angaben des Lagedienstes verliefen die Kundgebungen in Brandenburg insgesamt friedlich.
«In der Pandemie sind es häufig die Arbeitnehmer*innen auf deren Rücken die Krise ausgetragen wird», teilten die beiden Landesvorsitzenden der Linken, Anja Mayer und Katharina Slanina, am Sonntag mit. Dass bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen Pandemie nach einem Jahr noch immer vielfach die Sicherung von Profitinteressen im Mittelpunkt stünden, sei nicht hinnehmbar, so Mayer.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 2. Mai 2021 14:55 Uhr

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