Filmmuseum Potsdam öffnet Türen für Besucher

Filmmuseum Potsdam öffnet Türen für Besucher

Öffnen - schließen - öffnen - schließen: Für die Museen in Brandenburg werden die derzeitigen Regelungen in der Corona-Pandemie zum Spießrutenlauf. «Viele machen erst gar nicht auf. Der Aufwand ist zu groß, wenn es in einigen Tagen wieder heißt, sie müssen schließen», sagte Susann Köstering, Geschäftsführerin beim Museumsverband Brandenburg am Dienstag der dpa. «Die Häuser sind da eher vorsichtig.»

Die Einrichtungen hofften auf Mitte Mai, dass es dann mit hoffentlich sinkenden Infektionszahlen zu Öffnungen der Museen und Gedenkstätten kommen kann, die dann auch offenbleiben dürfen, so Köstering.
Das Filmmuseum Potsdam hat am Dienstag für Besucher wieder geöffnet - höchstwahrscheinlich aber nur für wenige Tage. In der Landeshauptstadt lag der Inzidenzwert am zweiten Tag infolge am Dienstag über dem kritischen Wert von 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. In Brandenburg gilt eine regionale Notbremse für Landkreise und kreisfreie Städte, wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen der 7-Tages-Inzidenzwert bei mehr als 100 Fällen auf 100 000 Einwohnern liegt. Dann müssen die Einrichtungen für mindestens zwei Wochen wieder schließen.
«Das ist kein schöner Zustand», sagte Handke. «Wir wünschen uns langfristige Planung von der Politik.» Tageweise zu öffnen und zu schließen, das sei eine Belastung, vor allem für das Personal. Das Museum zeigt Besuchern die ständige Ausstellung «Traumfabrik - 100 Jahre Film in Babelsberg» und die Familienausstellung «Mit dem Sandmann auf Zeitreise». Besucher können über eine Hotline Tickets buchen. Für Spontanbesucher gäbe es unter Umständen auch noch freie Plätze, die vor Ort vergeben werden.
«Der Stellenwert der Kultur wird nicht genügend gewürdigt», so Handke. Die Einrichtungen seien sichere Orte. Mit dem Gesundheitsamt seien Abstands- und Hygieneregeln abgestimmt worden. Dank einer Förderung habe man in der Ausstellung «Mit dem Sandmann auf Zeitreise» von Touch-Pads auf Tablets umgestellt. Jede Familie bekomme ein eigenes Gerät, das nach der Benutzung desinfiziert und gereinigt werde. Aus Sicht von Handke sollte es wieder mehr Modellprojekte geben, wie Öffnungen auch in der Pandemie mit ausreichend Abstand und Hygiene-Konzept funktionieren.
Die kommunalen Museen der Landeshauptstadt bleiben nach Angaben der Stadt weiter geschlossen, darunter auch das Potsdam Museum. Die Stadt beobachte weiter das Infektionsgeschehen und warte dazu auf verlässliche Zahlen, wie es am Dienstag hieß. Der Infektionsschutz stehe im Vordergrund.
Bilder von Rembrandt und Werke impressionistischer Künstler können Besucher seit Samstag im Museum Barberini ansehen. Allerdings hat das Haus am Alten Markt den Ticketverkauf bereits mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen in der Stadt wieder eingestellt. «Heute ist der zweite Tag mit kritischen Werten, wir harren der Dinge», sagte Sprecherin Marte Kräher. Die Ausstellung «Rembrandts Orient», mit der das Museum aus dem Lockdown startete, sei sofort nach Freischaltung der Tickets ausverkauft gewesen. Nun kann das Haus, sollten die Zahlen weiter steigen, seinen Besuchern die Ausstellungen wieder nur noch virtuell über den Bildschirm präsentieren.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 20. April 2021 15:27 Uhr

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