Keine weiteren Lockerungen: Mehr Tests in Schulen geplant

Keine weiteren Lockerungen: Mehr Tests in Schulen geplant

Angesichts gestiegener Infektionszahlen wird es in Brandenburg vorerst keine weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen geben.

Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen

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Ein Mund-Nasen-Schutz liegt im Unterricht auf Unterlagen.

Damit werde es die nach dem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz ab dem 22. März möglichen Öffnungen der Außengastronomie und von weiteren Kultureinrichtungen nicht geben, teilte die Staatskanzlei nach der Kabinettssitzung am Dienstag (16. März 2021) mit. Der Wechselunterricht zwischen Präsenz in den Schulen und zu Hause werde aber bis zu den Osterferien fortgesetzt. «Die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Brandenburg ermöglicht trotz der sinkenden Fallzahlen in den Krankenhäusern und der positiven Entwicklung der Infektionslage in der Altersgruppe über 65 Jahre derzeit keine weiteren Öffnungsschritte», betonte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Zudem gäben die steigenden Infektionszahlen in einigen Landkreisen Anlass zur Sorge.

Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen belastet Brandenburger Impfkampagne

Die am Montag von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kurzfristig verkündete Aussetzung der Astrazeneca-Impfungen belaste die Brandenburger Impfkampagne erheblich, so Woidke. Das Land drückt aufs Tempo: Ab sofort werde beim Krisenmanagement im Innenministerium ein Präsenzstab für Impflogistik aufgebaut, der ab 22. März im Einsatz sei. Das beim Gesundheitsministerium eingerichtete Projektbüro werde darin integriert. Die Leitung des Impflogistik-Stabes übernimmt laut der Mitteilung der Staatskanzlei der Innen-Staatssekretär Markus Grünewald. Der Stab soll die Logistik und die Koordinierung stärker verzahnen.

Selbsttests für Schüler zweimal wöchentlich

Das Testangebot für Lehrkräfte und Schüler soll schrittweise auf zwei Tests pro Woche ausgeweitet werden. Dabei sollen sich die Schüler künftig freiwillig zu Hause auf das Coronavirus testen. Damit ändert das Bildungsministerium seine Teststrategie. «Die Praxis hat gezeigt, dass die am schnellsten verfügbaren und seit Freitag ausgelieferten Selbsttests in der Handhabung zu kompliziert für Schulen und Kinder sind», sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) zur Begründung. Schüler erhalten nun in jeder Woche zwei Testkits der Firma Beijing Hotgen Biotech; bis zu den Sommerferien stehen rund 2,3 Millionen Stück bereit. Ab Donnerstag sollen sie die Schulen erreichen. Auch Lehrer können nun die bisher bereits ausgelieferten Selbsttests der Firma Roche nutzen.

AfD-Fraktion fordert Rücktritt von Ministerin Ernst

Die AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag forderte am Dienstag den Rücktritt von Ernst. «Frau Ministerin Ernst hat im Rahmen der Corona-Krise zum Leid unserer Lehrer, Schüler und Eltern als Bildungsministerin vollumfänglich versagt», sagte Dennis Hohloch, der bildungspolitische Sprecher der Partei. Dies zeige auch die «katastrophal gescheiterte Teststrategie». Der Rücktritt sei daher überfällig, meinte Hohloch. Trotz des Aussetzens der Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers Astrazeneca öffnete am Dienstag in Perleberg (Landkreis Prignitz) das landesweit zwölfte Testzentrum. Dort wird der Impfstoff des Herstellers Biontech genutzt. Ab Donnerstag sollen drei Impfstraßen starten: mit jeweils 96 Impfungen am Tag.

155 000 Impfdosen bis Ende März verfügbar

Unterdessen hat die Linke-Fraktion im Landtag trotz des vorläufigen Stopps für den Impfstoff von Astrazeneca die Beibehaltung aller Impftermine gefordert. Bis Ende März stünden nach Angaben des Gesundheitsministeriums noch gut 155 000 Impfdosen von Biontech/Pfizer und Moderna zur Verfügung, sagte Fraktionschef Sebastian Walter. «Damit können die bisher zugesagten insgesamt 55 100 Impftermine gehalten werden», sagte Walter. Das Gesundheitsministerium hatte dagegen am Montag rund 22 500 Impftermine mit Astrazeneca vorerst abgesagt.

128 Neuinfektionen am Dienstag gemeldet

Die Zahl der laborbestätigten Covid-19-Fälle in Brandenburg hat sich innerhalb der vergangenen 24 Stunden am Dienstag um 128 erhöht. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landesdurchschnitt nach Angaben des Gesundheitsministeriums mit 79,9 unwesentlich unter dem Wert des Vortags mit 80,9. Vor sieben Tagen wurden pro 100 000 Menschen innerhalb einer Woche 63,4 Infektionen ermittelt. Bislang wurden im Land 268 143 Personen geimpft - darunter sind 187 196 Erstimpfungen und 80 947 Zweitimpfungen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. März 2021 08:29 Uhr

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