Gefahr von Waldbränden: Brandenburg baut auf mehr Schutz

Gefahr von Waldbränden: Brandenburg baut auf mehr Schutz

Brandenburg modernisiert sein System zur Waldbrand-Früherkennung. Im Zuge des Klimawandels müsse immer mehr mit warmen und trockenen Sommern gerechnet werden, sagte Forstminister Axel Vogel (Grüne) am Montag in Eberswalde (Barnim). Dort ging die Waldbrandzentrale Nord in Betrieb.

Axel Vogel sitzt im Landtag

© dpa

Axel Vogel (Bündnis 90/Die Grünen), Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz, spricht.

Im vergangenen Jahr wurden in Brandenburg bei 287 Bränden etwa 115 Hektar Wald vernichtet. 2018 waren es 491 Brände, denen 1663 Hektar zum Opfer fielen und 2019 bei 417 Bränden 1352 Hektar. In den vergangenen drei Jahren wurde den Angaben zufolge mit rund 4,2 Millionen Euro aus dem EU-Fonds zur Entwicklung des ländlichen Raumes das Früherkennungssystem modernisiert.
Mit dem neuen Standort Eberswalde und dem bereits im vergangenen Jahr in Wünsdorf (Teltow-Fläming) eröffneten existieren nur noch zwei Waldbrandzentralen statt bislang sechs.
Eine funktionierende und moderne Waldbrandfrüherkennung sei wichtig für den Schutz der Wälder, sagte Vogel. Die 133 Feuerwachtürme, auf denen Forstmitarbeiter mit dem Fernglas nach Bränden schauten, hätten lange ausgedient. Seit 2002 gibt es im Land das System «FireWatch». 105 Sensoren erfassen dabei aufsteigenden Rauch und melden das an die beiden Zentralen. Von dort werden Brand- und Katastrophenschutz alarmiert.
Das System wird bereits in mehreren Bundesländern genutzt. Auch international gibt es Interesse unter anderem in Australien, China, Kanada und Griechenland.
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Seit Montag wird täglich um 8.00 Uhr die Waldbrandgefahrenstufe auf der Internetseite des Ministeriums veröffentlicht. Ab Gefahrenstufe 3 - mittlere Gefahr - drehen sich die Sensoren und melden jede Rauchentwicklung.
In Vorbereitung ist eine neue Verordnung zur Anlage von sogenannten Wundstreifen an Agrarflächen. Bei den Gefahrenstufen 4 und 5 müssen an Getreideernteflächen, die weniger als 50 Meter vom Waldrand entfernt sind, sechs Meter breite Wundstreifen angelegt werden. Damit soll ein Übergreifen von Feuern auf den benachbarten Wald verhindert werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 1. März 2021 12:56 Uhr

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