Nabu klagt gegen Landkreis Oberhavel wegen Folienspargel

Nabu klagt gegen Landkreis Oberhavel wegen Folienspargel

Der Brandenburger Naturschutzbund Nabu hat Klage gegen den Landkreis Oberhavel wegen erteilter Genehmigungen in einem Vogelschutzgebiet zum Anbau von Folienspargel eingelegt. Aus Sicht der Umweltschützer dulde der Landkreis seit Jahren widerrechtlich den Anbau auf rund 460 Hektar im Vogelschutzgebiet «Obere Havelniederung» bei Rauschendorf, teilte der Nabu am Mittwoch mit. Das Verwaltungsgericht Potsdam bestätigte den Eingang der Klage (Az.: 14K 378/21).

Ein Modell der Justitia steht auf einem Tisch

© dpa

Ein Modell der Justitia steht auf einem Tisch.

Durch den Spargelanbau seien die Bestände mehrerer bedrohter Vogelarten beeinträchtigt, hieß es. Die Plastikfolien - sie sollen für eine frühere Ernte sorgen - verringerten den Lebensraum für Vögel und andere Tiere. Der Landkreis Oberhavel habe versäumt zu prüfen, ob der Anbau zulässig sei, wird kritisiert.
Seit 2013 habe der NABU die Missstände benannt und auf Einhaltung von Naturschutzrecht gedrungen, sagte Friedhelm Schmitz-Jersch, Vorsitzender des NABU Brandenburg. Mittlerweile sei durch Gutachten des Landesamts für Umwelt Brandenburg belegt, dass sich im Schutzgebiet Bruterfolg und Bestandszahlen von geschützten Vogelarten wie Rotmilan oder Weißstorch erheblich verschlechterten. Der Landkreis habe angedeutet, eine Verträglichkeitsprüfung frühestens im kommenden Jahr durchzuführen. «So lange können die Vögel aber nicht mehr warten», sagte Schmitz-Jersch. Dazu störten Erntehelfer oder eingesetzte Herbizide zur Beseitigung von Pflanzen die Tiere, kritisierte Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schöning.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 17. Februar 2021 15:03 Uhr

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