Ministerin: Verlässliche Lieferzusagen für Impfstoff

Ministerin: Verlässliche Lieferzusagen für Impfstoff

Vor dem Impfgipfel von Bund und Ländern an diesem Montag hat Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) die Bundesregierung aufgefordert, den Ländern schnell den Astrazeneca-Impfstoff zu liefern. «Ganz entscheidend ist jetzt, dass der neue Impfstoff umgehend ausgeliefert wird», sagte Nonnemacher am Samstag. Die Zulassung eines weiteren wirksamen Impfstoffes sei die Chance, den derzeitigen gravierenden Mangel an Dosen zügig abzumildern. Deshalb seien verlässliche Lieferzusagen notwendig.

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen)

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Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz.

Angesichts erheblicher Kritik am schleppenden Impf-Beginn und der Produktionsprobleme bei einigen Herstellern will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag über die Lage beraten. An einer Videokonferenz sollen die Ministerpräsidenten der Länder, mehrere Bundesminister, Impfstoffhersteller sowie Vertreter der EU-Kommission teilnehmen, die für die gesamte EU Impfstoff bei verschiedenen Herstellern einkauft. Das Treffen war von Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) initiiert worden.
Am Samstag berieten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern unter anderem über die Impfstofflieferungen. Brandenburgs Gesundheitsministerin nahm ebenfalls an der Schalte teil. Zu Details wollte sie sich anschließend nicht äußern.
Von dem Impfgipfel am Montag erwartet Nonnemacher «konkrete Ergebnisse». «Wir haben unseren Auftrag erfüllt und in kurzer Zeit die notwendigen Impfkapazitäten geschaffen, um schnell sehr viele Menschen impfen zu können. Was fehlt, sind die Impfdosen», stellte die Ministerin fest. Für die Beschaffung seien der Bund und die EU zuständig. Insbesondere von den Herstellerfirmen erwarte sie zuverlässige und pünktliche Lieferungen.
Die EU-Kommission hatte nach der Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) am Freitag die Zulassung für den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca erteilt. Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut empfiehlt den Impfstoff nur für Personen im Alter von 18 bis 64 Jahren, da zur Beurteilung der Effektivität ab 65 Jahren bisher noch keine ausreichenden Daten vorliegen.
Angesichts des Mangels könnten noch nicht alle, die das wünschen, sofort geimpft werden, schränkte Nonnemacher ein. «Wir müssen priorisieren.» Grundlage sei die Impfempfehlung der Stiko sowie die Impfverordnung des Bundes. Da der Astrazeneca-Impfstoff noch nicht für ältere Menschen empfohlen sei, rückten für seine Verwendung die Berufsgruppen mit höchster Priorität in den Fokus. Das seien Pflegekräfte in der ambulanten und stationären Altenpflege sowie Personal in medizinischen Einrichtungen, sagte die Ministerin. Sie habe aber großes Verständnis für die berechtigten Forderungen nach einer schnellen Impfung von anderen gefährdeten Berufsgruppen, etwa Polizei- und Ordnungskräfte, Feuerwehrkräfte, Lehrende und Erzieher.
Die Zahl der bisher durchgeführten Corona-Schutzimpfungen liegt dem Gesundheitsministerium zufolge landesweit bei insgesamt 86 616 (Stand: 29.1). Davon erhielten 73 884 Menschen Erstimpfungen und 12 772 eine zweite Impfung. 16 268 Bewohner der 341 stationären Pflegeheime im Land sind bereits das erste Mal geimpft worden - das sind laut Ministerium 60 Prozent. 754 Seniorinnen und Senioren in diesen Einrichtungen haben eine Zweitimpfung bekommen. «Brandenburg hat beim Impfen an Tempo gewonnen. Die Geschwindigkeit hängt aber von den Lieferungen ab», sagte Ministeriumssprecher Gabriel Hesse.
Innerhalb eines Tages wurden dem Gesundheitsministerium 518 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit bleiben die Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag auf ähnlichem Niveau. Am Freitag waren es binnen eines Tages 512 Fälle. Allerdings können am Wochenende von den Landkreisen und kreisfreien Städten Daten verzögert gemeldet werden. Vor einer Woche waren es 724 neue Infektionen. Weiter hoch bleibt die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Innerhalb eines Tages starben 55 Menschen. Am Tag zuvor waren es 51.
Die durchschnittliche Zahl der Neuansteckungen pro 100 000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen sank in gesamten Land auf 140,6 - nach 193,7 vor einer Woche. Ziel von Bund und Ländern ist eine Zahl unter 50.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 30. Januar 2021 14:28 Uhr

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