Polizei zieht nach Silvester positive Bilanz: Wenig Verstöße

Polizei zieht nach Silvester positive Bilanz: Wenig Verstöße

Viel Polizeipräsenz, aber verhältnismäßig wenig Verstöße: Die Brandenburger Polizei hat nach der Silvesternacht ein positives Fazit gezogen. Sie verzeichnete demnach kaum Einsätze für die Durchsetzung der Corona-Eindämmungsverordnung. Manche Menschen hätten beim Silvesterfeuerwerk etwas zu nah beieinandergestanden. Sie seien aber Hinweisen der Polizei mit Verständnis begegnet, berichtete Sprecherin Stefanie Klaus der Deutschen Presse-Agentur am Neujahrstag in Potsdam.

Silvester - Brandenburg

© dpa

Eine Person malt mit einer Wunderkerze die Jahreszahl 2021 am Silvesterabend in die Dunkelheit.

Die Polizei hatte sich wegen der Kontrollen der Corona-Beschränkungen zu Silvester breit aufgestellt. Drei Hundertschaften seien in Brandenburg im Einsatz gewesen, eine weitere Hundertschaft aus Oranienburg habe die Polizei in Berlin unterstützt. Insgesamt seien 250 Einsatzkräfte mit 150 Streifenwagen im gesamten Land unterwegs gewesen. Die meisten Menschen hätten sich an die Corona-Beschränkungen gehalten, sagte die Sprecherin. Es habe keine größere Party aufgelöst werden müssen.
Insgesamt rückte die Polizei an einem der einsatzstärksten Tage im Jahr zu rund 570 Einsätzen innerhalb von neun Stunden aus. Unter anderem ging es um Ruhestörung, das Abbrennen von Feuerwerk und Körperverletzung, wie Sprecherin Stefanie Klaus erläuterte. Wie viel Strafanzeigen gestellt wurden, konnte sie zunächst nicht sagen. Im vergangenen Jahr seien es mit knapp 600 ähnlich viele Einsätze gewesen. Rund 700 Notrufe gingen nach ihren Angaben ein, an normalen Tagen seien es rund 1000 innerhalb von 24 Stunden. Zahlreiche Anrufer wollten sich bei der Polizei zu den Corona-Regelungen beim Böllern informieren.
Der Verkauf von Silvesterfeuerwerk war bundesweit verboten worden. Das Zünden von Feuerwerkskörpern war in Brandenburg zwar grundsätzlich möglich, an publikumsträchtigen Plätzen aber tabu. Entsprechende Anordnungen erfolgten durch die Landkreise und kreisfreien Städte auf Grundlage der aktuellen Eindämmungsverordnung. So hatten Potsdam und Cottbus für Silvester und Neujahr ein Böllerverbot auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen verhängt. Die Landesregierung hatte vom Böllern dringend abgeraten.
Zu Silvester kam es zu zwei schwerwiegenden Unfällen mit Silvesterfeuerwerk. Ein 24-jähriger Mann in Rietz-Neuendorf (Landkreis Oder-Spree), der mit selbstgebauter Pyrotechnik hantierte, erlitt so schwere Verletzungen am Kopf und im Gesicht, dass er starb. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei wurde die Pyrotechnik im Ortsteil Alt Golm um kurz nach Mitternacht gezündet. Es handelte sich um nicht käuflich zu erwerbende Feuerwerkskörper, wie ein Polizeisprecher berichtete. Details zum genauen Unfallablauf waren zunächst unklar. Das Opfer soll sich mit einer Gruppe auf einem unbebauten Privatgrundstück aufgehalten haben. Weitere Menschen wurden demnach nicht verletzt. Ein Entschärfer-Team der Polizei stellte die nicht gezündeten «Laborate» sicher.
Auch in Kremmen im Landkreis Oberhavel verlief die Silvesternacht für einen 63-Jährigen schlimm: Nach Polizeiangaben verlor er eine Hand, als er mit einem illegalen Böller hantierte. Dabei habe sich die Hand entzündet und sei abgetrennt worden, wie es hieß.
Insgesamt verzeichneten große Krankenhäuser aber weniger Unfälle durch Silvesterböller. Das Ernst von Bergmann-Klinikum in Potsdam berichtete von einer merklichen Entlastung der Notaufnahme durch die Corona-Beschränkungen. Es seien drei Verletzungen im Zusammenhang mit Feuerwerkskörpern aufgenommen worden, teilte Sprecherin Damaris Hunsmann mit.
Auch das Niederlausitz Klinikum (Oberspreewald-Lausitz) berichtete von nur einem Patienten, dessen Verletzung durch Böller verursacht wurde. Das sei deutlich weniger als in den Vorjahren, sagte Sprecherin Kristin Dolk.
In Niederfinow (Barnim) musste die Feuerwehr zur Silvesternacht anrücken, weil ein Dachstuhl brannte. Mehrere Menschen hatten gegen Mitternacht zwischenzeitlich das Haus verlassen. Der Dachstuhl brannte komplett nieder, das Haus ist laut Polizei einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Verletzt wurde bei dem Feuer niemand. Die Brandursache ist noch unklar. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Vormittag des ersten Tages im Neuen Jahr an.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 1. Januar 2021 17:59 Uhr

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