Bauernverband: Hilfe für Schweinehalter in ASP-Risikogebiet

Bauernverband: Hilfe für Schweinehalter in ASP-Risikogebiet

Der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) fordert rasche Hilfen für die knapp 400 Schweinehalter in Risikogebieten der Afrikanischen Schweinepest (ASP). «Dazu gehört auch, dass die Wildschweinbestände möglichst schnell drastisch verringert werden und das Land mehr Tempo beim Bau des Schutzzaunes an der Grenze zu Polen macht», sagte LBV-Sprecher Tino Erstling der Deutschen Presse-Agentur.

Schweinehaltung in Deutschland

© dpa

Schweine stehen in einem Stall.

Nach Angaben Erstlings wird die Schweinehaltung für Brandenburger Landwirte immer schwieriger. «Den coronabedingten Einschränkungen folgte der Ausfuhrstopp in Länder wie China, Südkorea und Japan.» Dies habe zu einem Stau schlachtreifer Schweine geführt, der durch den Rückgang der Zahl der Schlachthöfe in Brandenburg noch verstärkt worden sei.
Wie das Verbraucherministerium in Potsdam auf dpa-Anfrage mitteilte, sind aktuell in Brandenburg 138 Schlachtbetriebe zugelassen - acht weniger als 2018. Laut Koalitionsvereinbarung von SPD, CDU und Grünen will sich die Landesregierung für den Aufbau neuer betriebsnaher Schlachtkapazitäten einsetzen. Die Gespräche darüber mit Interessenten für regionale stationäre Schlachtstätten und mobilen Lösungen hielten noch an, hieß es im Agrarministerium.
Laut der neuesten Zählung durch das Statistikamt gab es Anfang November in Brandenburg knapp 785 600 Schweine. Das waren 11 900 Tiere mehr als vor einem halben Jahr.
Nach Angaben des Agrarministeriums war bis zum 16. Dezember bei 307 Wildschweinkadavern das für den Menschen ungefährliche ASP-Virus nachgewiesen worden. 190 Tiere waren im Landkreis Oder-Spree entdeckt worden, 97 im Landkreis Märkisch-Oderland und 20 im Kreis Spree-Neiße.
Um die Einwanderung infizierter Wildschweine aus Polen zu erschweren, baut das Land einen 270 Kilometer langen Schutzzaun, der etwa zur Hälfte fertig gestellt ist. Bis wann die Arbeiten abgeschlossen sein sollen, konnte das Agrarministerium nicht sagen. «Auch hier muss es möglichst schnell vorangehen», betonte Erstling.
In den Kernzonen der Restriktionsgebiete liegen dem Verbraucherministerium zufolge zehn Schweine haltende Betriebe, in den gefährdeten Gebieten 67 und in der Pufferzone 305. Wird das ASP-Virus bei einem Hausschwein nachgewiesen, muss der gesamte Bestand dieses Schweinehalters getötet werden.
Den schweinehaltenden Betrieben in den Kerngebieten und in den gefährdeten Gebieten bestehen laut LBV erhöhte Kosten, da die Schweine tiermedizinisch untersucht werden müssen, bevor sie ihre Ställe verlassen. Ohne Entschädigungsregelung drohen nach Angaben des Bauernverbands weitere Betriebsaufgaben von Schweinehaltern. Im Agrarministerium hieß es dazu, derzeit werde geprüft, wie hoch diese Zusatzkosten sind.
Letztmalig wurden in Brandenburg im Februar des vergangenen Jahres 300 Hausschweine im Landkreis Dahme-Spreewald getötet. Sie hatten die Infektionskrankheit Brucellose, die auch für Menschen gefährlich sein kann.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Sonntag, 20. Dezember 2020 08:12 Uhr

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