Mahnmal für Todesopfer an den Grenzen des Eisernen Vorhangs

Mahnmal für Todesopfer an den Grenzen des Eisernen Vorhangs

Mit 222 Ziegelsteinen erinnert ein neues Mahnmal in Cottbus an die Opfer, die an den Grenzen des Eisernen Vorhangs und der Berliner Mauer bei Fluchtversuchen zu Tode gekommen sind. «Alle, die versucht haben zu flüchten, haben ein hohes Risiko auf sich genommen, für Leib und Leben», sagte der Vorsitzende des Vereins Menschenrechtszentrum Cottbus und Ex-Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski (CDU) bei der Einweihung des Mahnmals am Samstag in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus.

Dombrowski, der selbst zu vier Jahren Gefängnis wegen Republikflucht im August 1974 verurteilt worden war, sagte: «Diejenigen, die die Haftstrafen überlebt haben, hatten Glück». Er selbst habe «in drei Maschinenpistolen geschaut». Die Todesopfer an der innerdeutschen Grenze und den Grenzen des Eisernen Vorhangs dürften nicht vergessen werden und sollten uns eine Mahnung sein.
Seit dem 13. August 2011, dem 50. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer, sammelte das Menschenrechtszentrum eigenen Angaben zufolge Spenden für den Bau des Mahnmals, das nun im Innenhof der Gedenkstätte mit Unterstützung der Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Maria Nooke, eröffnet worden ist.
Die 222 Ziegelsteine gelten unter anderem 93 Menschen an der Berliner Mauer, 85 an der innerdeutschen Grenze und 24 Opfern in der Ostsee, die aus eigenem Willen die Flucht angetreten haben und dabei ums Leben gekommen sind.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 7. November 2020 17:22 Uhr

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