Evangelische Kirche: Meldepflicht für sexuellen Missbrauch

Evangelische Kirche: Meldepflicht für sexuellen Missbrauch

Die evangelische Landeskirche will noch stärker gegen sexuellen Missbrauch vorgehen. Mitarbeiter sind in Zukunft dazu verpflichtet, «grenzüberschreitendes Verhalten» zu melden. Das teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) am Freitag nach einem Beschluss des Kirchenparlaments mit.

Die Kirchenkreise werden in dem neuen Gesetz auch aufgefordert, Schutzkonzepte zu erstellen. «Sexualisierte Gewalt ist ein Thema, das uns alle unbedingt angeht, für das wir gründliche Aufarbeitung und erst recht eine gelingende Prävention brauchen», sagte Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein laut Mitteilung.
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Seit 2019 gibt es in der Landeskirche eine unabhängige Kommission, die Opfer von sexueller Gewalt unterstützen soll. Zehn Menschen hätten sich seitdem dorthin gewandt, sagte eine Sprecherin. In den vergangenen 30 Jahren seien gegen Mitarbeitende drei Mal strafrechtliche und fünf Mal disziplinarrechtliche Schritte eingeleitet worden.
Das Kirchenparlament einigte sich außerdem auf mehr Klimaschutz. Bis 2050 soll die Emission von Treibhausgasen auf Null gesenkt werden. Ab 2023 müssen Gemeinden - je nach Beschaffenheit ihrer Gebäude - Geld in einen Fonds zahlen. Damit sollen dann etwa die Isolierung von Gebäuden und der Einbau moderner Heizsysteme finanziert werden.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 23. Oktober 2020 17:29 Uhr

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