Stahlwerker in Eisenhüttenstadt fürchten um Jobs

Stahlwerker in Eisenhüttenstadt fürchten um Jobs

Mit einer Flugblattaktion vor dem Betriebsgelände des Unternehmens ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt haben am Freitagmorgen etwa 120 Stahlwerker den Erhalt ihrer Jobs gefordert. Die Geschäftsführung von ArcelorMittal gehe nach eigenen Angaben davon aus, dass am Standort Eisenhüttenstadt nach der Corona-Krise nur rund 80 bis 90 Prozent der Auslastung aus der Vor-Corona-Zeit erreicht werden, erklärte Gewerkschafterin und Betriebsrätin Esther Block. «Unter Umständen würde das bedeuten, dass bis zu 500 Arbeitsplätze in Frage gestellt werden könnten.»

Stahlwerk

© dpa

Ein Mitarbeiter arbeitet an einem Hochofen.

Von der Geschäftsführung hieß es dazu in einem Statement, ArcelorMittal Eisenhüttenstadt sei von den Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen, die wirtschaftliche Situation sei nach wie vor nicht stabil. Die weitere wirtschaftliche Erholung bleibe - neben hohen Stahlimporten und Zusatzkosten für CO2-Emissionen - vor allem durch den weiteren Verlauf der Corona-Pandemie mit vielen Risiken verbunden. Klares Ziel sei, diese Krise ohne betriebsbedingte Kündigungen zu meistern, hieß es weiter.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Personalabbau wäre nach Ansicht von Betriebsrätin Esther Block ein Irrweg, da am Standort Eisenhüttenstadt in den kommenden zehn Jahren etwa 1000 der 2700 Mitarbeiter in Rente in Regelaltersrente gehen werden. Dieser Verlust an Arbeitskräften könne mit den rund 50 Auszubildenden pro Jahr nicht kompensiert werden. Holger Wachsmann von der IG Metall Ostbrandenburg forderte von den Geschäftsführungen, gemeinsam mit den Belegschaften, Betriebsräten und der IG Metall nach Lösungen zu suchen.
In den kommenden Tagen sind Aktionen der IG Metall zum Erhalt der Arbeitsplätze auch bei Mercedes-Benz und Siemens in Berlin, bei Bombardier in Görlitz und Bautzen sowie bei Volkswagen in Zwickau geplant.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 11. September 2020 15:32 Uhr

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