Bürgermeister Müller: Erinnerung an Unfreiheit wachhalten

Bürgermeister Müller: Erinnerung an Unfreiheit wachhalten

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat zum 59. Jahrestag des Mauerbaus gemahnt, die Erinnerung an Unfreiheit und Diktatur wachzuhalten. Es gebe eine gemeinsame Verantwortung, Freiheit und Demokratie zu schütze - gerade in Zeiten, in denen sie erneut gefährdet seien, sagte Müller am Mittwoch. Was Unfreiheit bedeutet, hätten die Berlinerinnen und Berliner direkt und unmittelbar durch die Teilung der Stadt 28 Jahre lang erfahren.

Michael Müller

© dpa

Michael Müller (SPD), Berlins Regierender Bürgermeister.

«Berlin ist und bleibt deshalb die Stadt der Freiheit und der Toleranz», betonte Müller. Das hohe Gut der Freiheit müsse heute gegen neuen Nationalismus in ganz Europa verteidigt werden. «Wir gedenken deshalb der Opfer des DDR-Unrechtsregimes auch deshalb, weil sie zeigen, dass ein «Nein» zu Willkür, Unterdrückung und Diktatur nicht sinnlos ist. Ihr Erbe ist unsere Freiheit und unser Auftrag.»
Müller wird am Donnerstag neben Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und dem Präsidenten des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, zu dem zentralen Gedenken in der Mauer-Gedenkstätte an der Bernauer Straße erwartet.
Wieland appellierte am Mittwoch, die Erinnerung an den Mauerbau vom 13. August 1961 zu pflegen. «Die Mauerzeit sollten wir nicht vergessen, denn sie gehört unweigerlich zu unserer Stadtgeschichte.» Familien seien durch die Mauer zerrissen, Liebende getrennt, Freundschaften erschwert worden. Diejenigen, die die Flucht in die Freiheit wagten, hätten oft mit ihrem Leben bezahlt. Die Mauertoten dürften nie vergessen werden.
Vor 59 Jahren hatte der Bau der Berliner Mauer begonnen, der die deutsch-deutsche Teilung besiegelte. Sie ging erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989 zu Ende.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Die Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur teilte mit, die Mauer sei das sichtbarste Zeichen für die kommunistische Gewaltherrschaft im Osten Deutschlands und Osteuropas gewesen. Zugleich sei es die weltweit sichtbare moralische und politische Bankrotterklärung eines Systems gewesen, das die Menschen nur durch Abschottung, Repression und Verfolgung davon habe abhalten können, in den Westen zu fliehen, sagte Geschäftsführerin Anna Kaminsky.
In Berlin starben nach dem Mauerbau nach wissenschaftlichen Erkenntnissen mindestens 140 Menschen durch das DDR-Grenzregime. An einer Studie, wonach an der etwa 1400 Kilometer langen deutsch-deutschen Grenze mindestens 327 Menschen ums Leben kamen, war Kritik aufgekommen. Es war angekündigt worden, Teile des Forschungsprojekts zu überprüfen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 12. August 2020 15:43 Uhr

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