Hertha und Turbine kooperieren: Chahed wechselt nach Potsdam

Hertha und Turbine kooperieren: Chahed wechselt nach Potsdam

Der Ex-Herthaner Sofian Chahed musste nicht lange überlegen, ob er das Angebot von Turbine Potsdam annehmen will. «Ich hatte vom ersten Gespräch an ein sehr gutes Bauchgefühl», sagte der neue Trainer des Frauenfußball-Bundesligisten bei seiner Vorstellung am Dienstag in Brandenburg. Der 37 Jahre alte ehemalige Profi von Hertha BSC und Hannover 96 folgt beim ehemaligen Meister auf den scheidenden Chefcoach Matthias Rudolph. Der Vertrag des 37-jährigen Rudolph wurde nach vier Jahren beim Ex-Meister nicht mehr verlängert.

Fußballspieler Sofian Chahed

© dpa

Der Ex-Hannoveraner Sofian Chahed trainiert am in der AWD-Arena.

Chahed solle künftig nicht nur die Bundesliga-Mannschaft führen, sondern auch die Verbindung zu den Nachwuchstrainern herstellen und ein einheitliches Spielsystem aller Turbine-Teams fördern, hieß es in einer Mitteilung. Zur Seite stehen dem gebürtigen Berliner dabei die Trainer Dirk Heinrichs und Eric Steinborn. «Es gab eine Reihe von Bewerbern, am Ende hatten wir eine Liste mit 15 Namen. Eine große Rolle spielte bei der Wahl des Trainers auch die Regionalität, wir wollten jemand, der mit Berlin und Brandenburg verbunden ist», sagte Vereinspräsident Rolf Kutzmutz.
Mit Chaheds Ex-Club Hertha wird Turbine künftig enger zusammenarbeiten. Beide Vereine vereinbarten eine Kooperation über drei Jahre, zu der eine finanziell Unterstützung von Turbine sowie eine sportliche und inhaltliche Zusammenarbeit gehören, teilte Hertha am Dienstag mit. «Mit unserer Zusammenarbeit möchten wir gemeinsam den Fußball in Berlin und Brandenburg stärken», wird Hertha-Präsident Werner Gegenbauer in einer Vereinsmitteilung zitiert.
«Ich werde mit großer Freude alles daransetzen, dass die Turbinen auch in der neuen Saison eine gute Rolle in der Liga spielen», sagte Chahed: «Die spannende Aufgabe bei Turbine Potsdam sehe ich als große Chance mich als Trainer weiterzuentwickeln.» Über die Vertragslaufzeit von Chahed machte der Club keine Angaben.
Chahed trainierte bislang die U16 von Hertha BSC, nachdem er zuvor als Co-Trainer beim Berliner Regionalligisten FC Viktoria 89 arbeitete. Als Spieler bestritt Chahed 152 Bundesligaspiele für Hertha und Hannover, ehe er 2014 bei FSV Frankfurt seine aktive Karriere beendete. Für sein Heimatland Tunesien trug er fünfmal das Nationaltrikot.
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Dass Chahed bislang nur wenig Kontakt zum Frauenfußball hatte, sieht er nicht als Problem. «In den letzten Wochen habe ich mich intensiv mit dem Frauenfußball beschäftigt», sagte der neue Chefcoach, der sein zukünftiges Team bereits am Sonntag beim 2:1-Sieg gegen Hoffenheim live in Augenschein genommen hatte. «Ich habe mit aber auch davor bereits einige Turbine-Spiele im Netz angeschaut, auch EM und WM im TV verfolgt. Taktisch gibt es zwischen Männern und Frauen kaum Unterschiede.»
Bevor Chahed am 20. Juli mit den Potsdamerinnen in die Vorbereitung auf die neue Saison geht, wird er sich ein umfangreiches Bild von seinem Team machen. Die gerade abgelaufene Saison hatte Turbine als Vierter abgeschlossen. «In Zusammenarbeit mit meinem Trainerstab werden wir Ziele ausarbeiten, verfolgen und am Ende hoffentlich auch erreichen», sagte er. Seine Erfahrung als Nachwuchstrainer will Chahed auch bei den Potsdamerinnen einbringen: «Wir wollen bei Turbine auch zukünftig talentierte Spieler ausbilden.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 30. Juni 2020 12:29 Uhr

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