Stellenabbau: Brandenburger ZF-Beschäftigte demonstrieren

Stellenabbau: Brandenburger ZF-Beschäftigte demonstrieren

Hunderte Beschäftigte des Autozulieferers ZF haben am Standort Brandenburg an der Havel gegen den geplanten Abbau von rund 7500 Stellen in Deutschland protestiert. Rund 400 Teilnehmer mit 250 Autos und Fahrzeugen hätten sich an der Aktion beteiligt, teilte die Bezirksleitung Berlin-Brandenburg-Sachsen der Gewerkschaft IG Metall am Donnerstag mit. «Die Kolleginnen und Kollegen haben Grund zur Sorge um ihre Arbeitsplätze», hieß es von Bezirksleiter Stefan Schaumburg. «Den geplanten Stellenabbau werden wir nicht kampflos hinnehmen.»

Das Logo der IG Metall

© dpa

Das Logo der IG Metall.

Ende Mai war bekannt geworden, dass ZF weltweit in den kommenden fünf Jahren bis zu 15 000 Arbeitsplätze abbauen will, davon rund die Hälfte in Deutschland. In Brandenburg an der Havel sind Gewerkschaftsangaben zufolge rund 1600 Menschen beschäftigt. Ob auch dort Stellen wegfallen sollen, ist noch nicht bekannt.
Das Unternehmen macht hohe Verluste im Rahmen der Corona-Krise für die Maßnahmen verantwortlich. Im Gesamtjahr 2020 werde ein Umsatzrückgang von rund einem Viertel erwartet, hieß es in einem Gespräch mit dem Vorstand Ende Mai.
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«Es ist nicht hinnehmbar, dass Bundestag und Regierung milliardenschwere Rettungspakete für die Industrie schnüren, Unternehmen aber trotzdem massiv Beschäftigung abbauen wollen», sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Klaus Ernst, am Donnerstag. «Die Beschäftigten haben meine uneingeschränkte Solidarität.»
Auch in Friedrichshafen am Bodensee, dem Sitz von ZF, protestierten am Donnerstag Beschäftigte. Nach Angaben der IG Metall Friedrichshafen-Oberschwaben fuhren rund 1000 Teilnehmer mit Fahrrädern, Motorrädern und Autos lärmend durch die Stadt und am ZF-Forum vorbei. Um das Infektionsrisiko während der Corona-Pandemie möglichst gering zu halten, habe man bewusst auf eine Fußgänger-Demo verzichtet, sagte eine Sprecherin der Gewerkschaft, die sich mit der Teilnehmerzahl zufrieden zeigte. «Das war ein ordentliches Signal.»

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Juni 2020 17:12 Uhr

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