Land will Synagoge bauen: Landesverbände als Partner

Land will Synagoge bauen: Landesverbände als Partner

Trotz der Kündigung des Vertrags mit den beiden großen jüdischen Gemeinden in Potsdam will die Brandenburger Landesregierung den lange geplanten Bau einer Synagoge in der Landeshauptstadt bald starten. Neue Vertragspartner seien der Landesverband der Jüdischen Gemeinden und der Landesverband West der Jüdischen Kultusgemeinden, denen auch die beiden Potsdamer Gemeinden angehören, teilte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) am Freitag mit. Sie dankte den Verbänden, Verantwortung für den Bau übernehmen zu wollen. «Damit bekommt das Projekt eine breite Unterstützung und Legitimation der Jüdinnen und Juden im Land Brandenburg», sagte Schüle laut Mitteilung.

Manja Schüle (SPD)

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Manja Schüle (SPD), Brandenburger Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur.

Der Neubau soll im kommenden Jahr beginnen und bis 2023 fertiggestellt sein. Für die Trägerschaft und den Betrieb könnten die Landesverbände eine Stiftung gründen, meinte Schüle. «Die Synagoge soll ein gemeinsames Zentrum für alle jüdischen Gemeinden sein», betonte die Ministerin. Voraussetzung sei allerdings, dass die beiden Landesverbände einen gemeinsamen Ansprechpartner für den Landesbetrieb Bauen und den Architekten Jost Haberland finden. An dieser Bedingung war der Vertrag mit den beiden Potsdamer Gemeinden gescheitert.
Vor zehn Tagen hatte die Jüdische Gemeinde daher die Vereinbarung mit dem Land und der Synagogengemeinde vom November 2018 gekündigt. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Evgeni Kutikow, hatte dem Vorsitzenden der Synagogengemeinde, Ud Joffe, vorgeworfen, dieser habe seine Zustimmung zu dem vereinbarten Architekten-Entwurf zurückgezogen und wolle «ein gänzlich anderes Vorhaben realisieren».
Um die Gestaltung der Fassade und die Nutzung der Innenräume der Synagoge gibt es zwischen den jüdischen Gemeinden bereits seit mehr als zehn Jahren erbitterten Streit. Im April hatte die Kullturministerin dann mit den beiden Gemeinde-Vorsitzenden eine Einigung auf den Vorentwurf verkündet. Für den Bau will die Landesregierung das Grundstück in der Nähe des Landtags und acht Millionen Euro bereitstellen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 19. Juni 2020 15:56 Uhr

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