Corona in Pflegeheimen: Situation sehr unterschiedlich

Corona in Pflegeheimen: Situation sehr unterschiedlich

Nach einer Häufung von Infektionen mit dem Coronavirus in einem Seniorenheim in Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) sind alle Bewohner und Mitarbeiter auf das Virus getestet worden. «Wir warten auf die Ergebnisse», sagte Andreas Beckmann, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Seniorenheim Wildau, die das Seniorenheim betreibt, am Donnerstag. Wie der Landkreis Dahme-Spreewald mitteilte, ist ein Bewohner in einem Krankenhaus an den Folgen der Infektion gestorben.

Ein Pfleger kümmert sich um einen Patienten

© dpa

Ein Pfleger kümmert sich um einen Patienten.

Zwei weitere Heimbewohner befinden sich derzeit im Krankenhaus. Die übrigen Bewohner im Heim würden sich in «stabilem Zustand» befinden, sagte Beckmann. Wie der Landkreis am Mittwochabend mitgeteilt hatte, waren 16 Bewohner und fünf Mitarbeiter positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Seit vergangenem Samstag waren demnach bei 96 Menschen Abstriche genommen worden. Die Testergebnisse der 82 weiteren Abstriche bei Bewohnern und Angestellten der stationären Pflegeeinrichtung werden in den nächsten Tagen erwartet. «Wir rechnen mit Ergebnissen im Laufe dieses oder des nächsten Tages», sagte Beckmann.
Auch in einem Altenheim in Werder (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark sind bislang zehn mit dem Coronavirus infizierte Bewohner gestorben. Insgesamt 31 Bewohner hätten sich nach Angaben des Landkreises mit dem Virus infiziert, zehn davon seien genesen. Auch 15 Mitarbeiter seien infiziert - davon seien sechs wieder genesen, wie es weiter hieß.
Nicht alle Seniorenheime in Brandenburg haben mit Infektionen zu kämpfen. «Ich klopfe immer wieder auf Holz», sagte Marie-Christin Lux, Sprecherin beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Brandenburg. In den 14 vollstationären Pflegeeinrichtungen, die der Verein betreibt, gebe es keine aktiven Fälle, sagte Lux. Eine Bewohnerin sei Anfang April in einem Krankenhaus positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Frau aus einer Einrichtung im Landkreis Märkisch-Oderland sei bislang nicht in die Einrichtung zurückgekehrt.
Daneben sei Anfang April ein Test bei einer Sachbearbeiterin positiv gewesen. Sie habe jedoch keinen Kontakt in der Pflege mit Menschen gehabt, sagte Lux. «Unsere Einrichtungen befolgen sehr stark die Pandemie-Pläne.» Sobald ein Verdachtsfall vorliege, werde die Person sofort isoliert, alle Kontaktpersonen würden ermittelt und getestet.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Der Arbeiter-Samariter-Bund Brandenburg hat nach eigenen Angaben derzeit ebenfalls keine Infizierten unter den Bewohnern. Eine Person des Pflegepersonals aus einem Seniorenheim im Landkreis Oberhavel sei infiziert, sagte Sprecherin Cindy Schönknecht. Sie befinde sich zu Hause. Daneben gebe es derzeit sieben Verdachtsfälle unter dem Pflegepersonal sowie ein Bewohner in einer Einrichtung in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz). Die Person sei in einem Einzelzimmer isoliert und werde von den Pflegern nur in Schutzbekleidung versorgt, sagte Schönknecht. «Wir erwarten morgen ein Ergebnis.»
Doch gerade die Behandlung von Verdachtsfällen und Neuaufnahmen mit kompletter Schutzausrichtung sei problematisch. «Wir haben einen eklatanten Mangel an Schutzkitteln», sagte Schönknecht. Dieser sei wichtig, um beispielsweise bei der Körperpflege und der Hilfe beim Essen ausreichend geschützt zu sein. Den Mangel an Schutzkitteln beklagt auch Lux. Mit Schutzmasken sei man besser aufgestellt. Die fehlenden Kittel seien jedoch ein «großes Problem».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 30. April 2020 16:38 Uhr

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