Ministerin: Brandenburger Krankenhäuser sind gut aufgestellt

Ministerin: Brandenburger Krankenhäuser sind gut aufgestellt

Die Brandenburger Krankenhäuser sind nach Einschätzung von Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) auch auf einen möglichen Anstieg der Zahl von Covid-19-Erkrankungen vorbereitet. Derzeit sei ein gutes Drittel der gut 15 400 Krankenhausbetten frei für die Aufnahme von weiteren Patienten, berichtete Nonnemacher am Freitag im Gesundheitsausschuss des Landtags. Dazu seien auf den Intensivstationen knapp 600 Beatmungsplätze frei, außerdem sollen noch 260 weitere Plätze geschaffen werden.

Ursula Nonnemacher

© dpa

Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Die Grünen), Gesundheitsministerin in Brandenburg.

«Wir haben keine Bedenken, dass wir irgendwelche Kapazitätsgrenzen reißen oder dass in Brandenburg Patienten nicht nach allen Regeln der ärztlichen Kunst behandelt werden könnten», betonte die Ministerin. Dies sei eine Grundlage für vorsichtige Lockerungen, über die am Nachmittag im Kabinett entschieden werden solle.
Eine spätere Rücknahme von Lockerungen sei nur möglich, wenn danach die Fallzahlen oder die Zahl schwerer Erkrankungen deutlich stiegen, sagte die Ministerin. «Ich würde nervös werden, wenn sich die Zahl der Beatmungsfälle verzehnfachen würde - dann müssten wir die Notbremse ziehen.» Derzeit werden in Brandenburger Krankenhäusern 33 Covid-19-Patienten künstlich beatmet.
Wichtig seien ihr in diesem Zusammenhang auch die Grundrechte der Bürger, betonte die Grünen-Politikerin. «Es war mir ein intensives Anliegen, dass wir zum Beispiel keine gänzliches Versammlungs- und Demonstrationsverbot mehr rechtfertigen können», meinte Nonnemacher. «Wir haben das moderat angeglichen an Regelungen in Berlin.» Am Ostersonntag war in Potsdam eine geplante Demonstration für die Aufnahme von Flüchtlingen auf Grund der Eindämmungsverordnung verboten worden.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

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Problematisch seien aber weiterhin die Lieferengpässe bei der persönlichen Schutzausrüstung, berichtete die Ministerin. Es gebe viele Meldungen von Krankenhäusern und Pflegeheimen, denen die Bestände ausgingen. Das Land habe aber am Donnerstag eine größere Lieferung bestellen können, berichtete Nonnemacher.
Der Bedarf an Schutzausrüstung steigt nach ihrer Einschätzung noch. «Wenn wir die Eindämmungsmaßnahmen vorsichtig und in Stufen lockern wollen, müssen wir gerade besonders gefährdete Menschen auch besonders schützen», erklärte Nonnemacher. Um Angebote von Schutzausrüstung im Internet besser prüfen zu können, schaltete die Polizei im Internet eine zentrale Plattform frei.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 17. April 2020 16:55 Uhr

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