Corona-Krise hat drei Schwerpunkte in Brandenburg

Corona-Krise hat drei Schwerpunkte in Brandenburg

Die Ausbreitung des Coronavirus hat in Brandenburg nach Angaben der Landesregierung drei Schwerpunkte in Potsdam, Bernau und Werder/Havel. Der Leiter des Krisenstabs, Michael Ranft, sprach von einem hochkomplexen Geschehen rund um das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam. Dort hatten sich Infektionsfälle gehäuft, bisher starben 24 Corona-Patienten. Im Kreis Barnim gebe es einen kleinen Schwerpunkt um die Brandenburgklinik in Bernau und im Kreis Potsdam-Mittelmark um eine kleine Pflegeeinrichtung, sagte Ranft am Donnerstag in einer Telefonkonferenz des Landtags-Innenausschusses.

Michael Ranft sitzt bei einer Pressekonferenz

© dpa

Michael Ranft sitzt bei einer Pressekonferenz.

Dabei handelt es sich um ein Seniorenheim in Werder/Havel, in der 16 Bewohner positiv auf das Virus getestet worden waren. Noch mehr Fälle gab es in einem Seniorenheim in Potsdam, in dem 38 von 80 Bewohnern infiziert sind. Im Evangelischen Zentrum für Altersmedizin in Potsdam sind bisher drei Bewohner und 13 Mitarbeiter positiv getestet. Ranft warnte mit Blick auf Pflegeheime vor dem Versuch eindimensionaler Erklärungen. Jemand könne über eine längere Zeit Virusträger sein, ohne dass es jemand erkenne. «Das macht dieses Virus so gefährlich.»
Die Zahl der nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 Infizierten in Brandenburg stieg nach Angaben des Ministeriums auf 1706, es gab bisher 41 Todesfälle. Bei der Sterberate bewege sich Brandenburg mit 2,4 Prozent oberhalb des Bundesdurchschnitts, sagte Gesundheitsstaatssekretär Ranft. Bei den Infizierten auf 100 000 Einwohner rangiere Brandenburg mit einer Quote von 67,9 ungefähr um 50 Prozent unterhalb des Bundesdurchschnitts.
In einer Flüchtlingsunterkunft in Potsdam sind 116 Bewohner in Quarantäne, nachdem Corona-Tests bei einer siebenköpfigen Familie positiv ausgefallen waren. Alle Bewohner sollten getestet werden. Vermutlich habe eine Pflegerin dort gewohnt und sich im Klinikum Ernst von Bergmann infiziert, sagte Innenstaatssekretär Uwe Schüler im Ausschuss. Vier Infektionen seien bisher in einer Flüchtlingsunterkunft in Doberlug-Kirchhain (Elbe-Elster) aufgetreten. Die Infizierten seien in Isoliercontainern untergebracht, die bewacht würden.
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Wer aus dem Ausland über den Land-, See- oder Luftweg einreist, muss wegen der Gefahr einer Corona-Infektion künftig zwei Wochen in häusliche Quarantäne. Schüler sagte, darauf hätten sich Bund und Länder verständigt. Die Verordnung mit einem dazugehörigen Bußgeldkatalog werde an diesem Freitag in Kraft treten und gelte bis zum 19. April. Der Staatssekretär vertrat Minister Michael Stübgen (CDU), der an einer Kabinettssitzung teilnahm.
Die Polizei ist nach Angaben der Landesregierung nicht in Mitleidenschaft gezogen. Es gebe keine Beeinträchtigungen im Dienstbetrieb, sagte Schüler. 47 Kollegen seien wegen Quarantäne nicht im Dienst, sechs Polizisten seien positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Dies gehe nicht auf den Dienst zurück, sondern es handle sich zum Beispiel um Urlaubsrückkehrer. Die Einsatzbereitschaft der freiwilligen Feuerwehr sei ebenfalls nicht beeinträchtigt, allerdings habe es in Bernau den einen oder anderen Infektionsfall gegeben.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 9. April 2020 13:50 Uhr

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