Bergmann-Klinikum: Auflagen nach Häufung von Corona-Fällen

Bergmann-Klinikum: Auflagen nach Häufung von Corona-Fällen

Nach einer Häufung von Coronavirus-Fällen sind dem Potsdamer Ernst von Bergmann-Klinikum eine Reihe von Auflagen erteilt worden. Experten des Robert Koch-Instituts aus Berlin hatten die Klinik besucht - nun liegt ein Bericht vor, der vom Gesundheitsamt geprüft wurde. Das Bergmann-Klinikum richtet ab diesem Mittwoch unter der Telefonnummer 0331/241 48600 eine Hotline an, die täglich von 9 bis 12 Uhr und von 16 bis 18 Uhr erreichbar ist. Gegen drei Ärzte und zwei Geschäftsführer wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

Bergmann-Klinikum in Potsdam

© dpa

Das Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam.

HÄUFUNG: Die Landeshauptstadt ist das Zentrum der Infektionen und der Corona-Todesfälle in Brandenburg. Sie hatte in der vergangenen Woche wegen der Häufung von nachweislichen Coronavirus-Infektionen im Bergmann-Klinikum einen Aufnahmestopp verhängt. Nur Notfälle dürfen dort noch hinein - wie etwa Menschen mit einem akuten Herzinfarkt. In dem Klinikum starben bis Dienstag weitere fünf Patienten, die den Angaben zufolge schwere Vorerkrankungen hatten. Dort seien derzeit 74 mit dem Coronavirus Infizierte in stationärer Behandlung, davon 14 auf einer Covid-Intensivstation. Bis Dienstag waren 21 Corona-Patienten in der Klinik gestorben.
APPELL: Ärzte, Kranken- und OP-Schwestern sowie weitere Beschäftigte aus mehr als 20 Krankenhäusern in Brandenburg fordern die Unterstützung der Landesregierung beim Beschaffen von mehr Schutzausrüstung. «Das Land Brandenburg muss einen Weg finden, Masken, Schutzkittel, Schutzbrillen, Handschuhe und Desinfektionsmittel zu produzieren - sofort!», heißt es in einem offenen Brief, der an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) ging. Außerdem forderten die Beschäftigten mehr Personal für alle an der Krankenversorgung beteiligten Bereiche «durch schnelle und unbürokratische Einstellungen». Das Schreiben wurde von über 30 Beschäftigten unterzeichnet, darunter Ärzte, Schwestern und Pfleger.
SCHULEN: Die AfD-Landtagsfraktion schlägt vor, den Schulbetrieb in Brandenburg vom 2. Mai an schrittweise wieder zu starten. Dies stehe allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich die Zahl der Corona-Infektionen bis dahin nicht dramatisch erhöhe, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion, Dennis Hohloch. Damit in den Klassen ein Sicherheitsabstand von zwei Metern eingehalten werden könne, sollten die einzelnen Jahrgangsstufen die Schulen nur an bestimmten Tagen der Woche nutzen können und der Samstag als Unterrichtstag dazu genommen werden. Die Schulen sind vorerst bis zum 19. April - dem Ende der Osterferien - geschlossen.
Landschaft in der Prignitz
© Antje Kraschinski/Berlinonline

Tipp: Urlaub in Brandenburg

Ausflugsziele, besondere Landschaften und Orte in Brandenburg plus Seen, Radtouren, Wanderungen, Ziele für Familien, Unterkünfte und mehr

PRÄMIEN: Trotz der Ablehnung ihrer Vorschläge im Landtag will die oppositionelle Linke-Fraktion wegen der Corona-Krise steuerfreie Prämien für Pflegekräfte und ein erhöhtes Kurzarbeitergeld weiter durchsetzen. Seine Fraktion werde diese Anträge in veränderter Form erneut in die Landtagsausschüsse bringen, sagte Linke-Fraktionschef Sebastian Walter. «Wenn Bayern eine Prämie für Pflegekräfte einführt in Höhe von 500 Euro im Monat, aber auch Schleswig Holstein eine Prämie von 1500 Euro - dann ist deutlich, dass das keine linke Spinnerei ist», meinte Walter. «Es ist vielmehr die Frage, ob man dem Dank, den man ausspricht, auch konkrete Taten folgen lässt.»
GEMEINSCHAFTSUNTERKUNFT: Wegen mehrerer Coronavirus-Fälle ist eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Potsdam am Dienstag unter Quarantäne gestellt worden. Tests einer Bewohnerin sowie ihrer Familie auf das Coronavirus seien positiv gewesen, teilte die Stadt am Abend mit. Nach Angaben eines Sprechers waren noch ein Mann und die fünf Kinder positiv getestet worden. Von der Quarantäne sind nach den Angaben 116 Bewohnerinnen und Bewohner, darunter 20 Kinder unter 18 Jahren, betroffen. Sie gilt für mindestens 14 Tage, bis sie durch die zuständige Behörde wieder aufgehoben wird.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 7. April 2020 19:59 Uhr

Weitere Meldungen