Flutung von Ostsee unterbrochen: nicht genügend Wasser

Flutung von Ostsee unterbrochen: nicht genügend Wasser

Die Flutung des Cottbuser Ostsees ist vorerst ausgesetzt, weil nicht ausreichend Wasser zur Verfügung steht. Das teilte das Energieunternehmen Leag am Freitag mit. Seit vergangener Woche gelte eine Steueranweisung der Flutungszentrale Lausitz (LMBV), erklärte Sprecherin Kathi Gerstner. Diese sehe derzeit kein Flutungswasser für den Cottbuser Ostsee vor. Die Füllmenge des Sees wird durch die Flutungszentrale des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) in Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) gesteuert. Der Tagebau war Ende 2015 stillgelegt worden. Die «Lausitzer Rundschau» hatte zunächst berichtet.

Das Wasser steigt im Cottbuser Ostsee

© dpa

Das Wasser steigt im Cottbuser Ostsee.

Diese Maßnahme sei nichts ungewöhnliches, andere Wassernutzer hätten derzeit Vorrang, sagte LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber. Darunter seien die Teichwirtschaft und Wasserkraftanlagen. Auch die Nutzung der Speicher habe eine höhere Priorität. «Die Frage ist: Wieviel kann aus dem Flussgebiet ohne Schaden herausgenommen werden», ergänzte er. Die Flutungszentrale nutzt für ihre Einschätzung nach eigenen Angaben die Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Die Zentrale lege in Abstimmung mit den Landesbehörden fest, wann und wieviel Wasser in den ehemaligen Tagebau eingeleitet werden darf.
Landschaft in der Prignitz
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«Der Flutungsplan kann weiterhin eingehalten werden», versicherte Leag-Sprecherin Gerstner. Derzeit habe der Ostsee einen Füllstand von 41 Prozent. Der Wert beziehe sich auf die zu erreichende Wasserhöhe im Ostsee. Momentan füllten sich die tiefen Randbereiche des Ostsees, die Ostseemitte sei noch nicht überflutet. Insgesamt wurden bislang 9,3 Millionen Kubikmeter Spreewasser in den Ostsee eingeleitet.
Der Ostsee soll den Angaben zufolge einmal eine Wasserfläche von knapp 19 Quadratkilometern haben. Demnach wird er dann größer als Schwieloch- und Scharmützelsee - und gut zweieinhalb Mal so groß wie der Große Müggelsee. Im Jahr 2025 soll das Wasser die notwendige Mindesthöhe von 2,70 Meter in der Mitte des Sees erreichen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 3. April 2020 14:28 Uhr

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