Gespräche über 35-Stunden-Woche im Osten haben begonnen

Gespräche über 35-Stunden-Woche im Osten haben begonnen

Im Streit um die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie sind Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite am Freitag zu mehrtägigen Gesprächen in Potsdam zusammengekommen. Das bestätigte eine Sprecherin der Gewerkschaft IG Metall am späten Nachmittag. Die IG Metall will die Wochenarbeitszeit, die in Westdeutschland schon viele Jahre Bestand hat, auch in den Ost-Bundesländern durchsetzen. Dort sind es laut Tarifvertrag 38 Stunden.

IG Metall

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Eine rote IG-Metall-Flagge. Foto: Patrick Seeger/Archivbild

Zuletzt war die Gewerkschaft mit diesem Vorhaben 2003 gescheitert. Auf die nun laufenden Gespräche einigten sich beide Seiten im Tarifvertrag von Anfang 2018. Es ist das inzwischen sechste Treffen zu diesem Thema in diesem Jahr. Von einer Einigung ist man noch weit entfernt.
Zuletzt waren beide Seiten am 11. Juni zusammengekommen, ohne eine Lösung zu finden. Gesamtmetall zufolge arbeiteten im Dezember 2018 knapp 500 000 Menschen in der Metall- und Elektroindustrie in den ostdeutschen Ländern. Tariflich beschäftigt waren ein Jahr zuvor 80 000.
Die Gewerkschaft will eine flächendeckende, schrittweise Verkürzung der tariflichen Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden bis spätestens 2030. Gesamtmetall schlägt unter anderem einen Korridor von 30 bis 40 Stunden vor, der in den einzelnen Betrieben auf freiwilliger Basis ausgestaltet werden soll. Sollten die Gespräche scheitern, will die IG Metall die 35-Stunden-Woche Betrieb für Betrieb einzeln durchsetzen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 21. Juni 2019 17:30 Uhr

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