Großbrand bei Jüterbog gelöscht

Großbrand bei Jüterbog gelöscht

Für Brandenburgs Feuerwehren war es einer der härtesten Einsätze der vergangenen Jahre: Der Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog. Nun ist der Brand gelöscht. Doch die Einsatzkräfte müssen wachsam bleiben. Es gibt noch Glutnester.

Waldbrand bei Jüterbog

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Ein Löschhubschrauber fliegt bei Jüterborg am Himmel. Foto: Julian Stähle

Jüterbog (dpa/bb) - Es war ein Einsatz, der den Feuerwehrleuten alles abverlangte: Nun ist der Großbrand auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog (Teltow-Fläming) gelöscht. Die Großschadenslage sei aufgehoben worden und die Zuständigkeit für die weitere Brandbekämpfung offiziell an die Stadt Jüterbog und die Gemeinde Nuthe-Urstromtal zurückgegangen, sagte Kreisbrandmeister Tino Gausche am Montag. Bisher war der Landkreis Teltow Fläming für den Brandschutz zuständig. Der Regen Sonntagnacht brachte nach Gausches Angaben weitere Stabilisierung.
Zuvor hatte ein Polizeihubschrauber mit einer Wärmebildkamera abschließend die Lage erkundet. «Es gibt um einzelne Baumstämme herum noch Glutnester. Dort brennt es weiter Richtung Wurzelwerk», sagte Gausche der Deutschen Presse-Agentur. Es sei aber alles unter Kontrolle. «Die Fläche braucht jetzt noch einmal richtig viel Regen.» Der Kreisbrandmeister hatte den Brand bei Jüterbog als «einmalige Dimension» bezeichnet. Nach Einschätzung des Umweltministeriums war es der größte Waldbrand in Brandenburg seit Jahrzehnten.
Etwa eine Woche hatten die Einsatzkräfte gegen die Flammen des Großbrandes gekämpft. Betroffen war am Sonntag noch eine Fläche von 744 Hektar - das entspricht mehr als 1000 Fußballfeldern. Bis zum Montagmorgen waren noch 153 Feuerwehrleute und 36 Fahrzeuge vor Ort im Einsatz. Sie seien nun abgezogen worden, bestätigte Gausche. Der Einsatz sei natürlich für alle Beteiligten sehr anstrengend gewesen. «Wenn man aber täglich das Ergebnis seiner Arbeit vor Augen hat und sieht, was man geschafft hat, dann hält das die Motivation aufrecht.»
Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) dankte den vielen freiwilligen und hauptamtlichen Feuerwehrleuten, Kreiswehren und anderen Hilfskräften aus ganz Brandenburg und dem Bund. Den Einwohnerinnen und Einwohnern der umliegenden Orte versicherte sie: «Wir werden auch weiterhin alles tun, damit Sie hier gut und unbesorgt leben können.»
In den vergangenen Tagen hatten Einsatzkräfte unter anderem aus den Landkreisen Oberhavel, Prignitz, Barnim und Oberspreewald-Lausitz und aus Cottbus die Feuerwehrleute bei der Bekämpfung des Großbrandes unterstützt. Auch drei Löschhubschrauber der Bundespolizei, ein Hubschrauber der Luftwaffe und ein Bergepanzer der Bundeswehr halfen den Einsatzkräften.
Schwierig war der Einsatz der Feuerwehrleute auch deshalb, weil auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz noch immer alte Munition lagert. Bis 1992 wurde das Gelände militärisch genutzt. Blindgänger blieben liegen, alte Kampfmittel bildeten mittlerweile eine dicke Schicht im Erdboden. In den vergangenen Jahrzehnten verrotteten sie und wurden so unberechenbar.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Montag, 10. Juni 2019 13:10 Uhr

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