Tote in Rathenow: Verteidigung plädiert auf Körperverletzung

Tote in Rathenow: Verteidigung plädiert auf Körperverletzung

Im Prozess wegen Mordes an einer Frau und ihrem Lebensgefährten in Rathenow (Landkreis Havelland) haben die Verteidiger der beiden Angeklagten auf Körperverletzung plädiert. Der Verteidiger des 54-Jährigen forderte für seinen Mandanten am Freitag eine Bewährungsstrafe. Er plädierte vor dem Potsdamer Landgericht auf schwere Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Bedrohung. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor wegen Mordes und Vergewaltigung eine Haftstrafe von 15 Jahren und die Anordnung der Sicherungsverwahrung gefordert. Am Freitag kommender Woche soll ein Urteil ergehen.

Justitia vor Gericht

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Eine Statue der Göttin Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: S. Puchner/Archiv

Die Männer sollen sich laut Anklage im Januar 2018 gewaltsam Zutritt zu der Wohnung der 36-Jährigen verschafft haben. Anschließend sollen sie die Frau und ihren zwei Jahre jüngeren Lebensgefährten gefesselt und misshandelt haben. Die Opfer wurden nach Angabe der Staatsanwaltschaft durch Messerstiche und Strangulierungen schwer verletzt und starben an Rauchgasvergiftung. Um ihre Tat zu vertuschen, sollen die Angeklagten die Wohnung angezündet und die Schwerverletzten zurückgelassen haben. Motiv für die grausame Tat war aus Sicht der Staatsanwaltschaft, dass die Frau den 54-jährigen Angeklagten wegen Vergewaltigung angezeigt hatte. Der 34-jährige Bekannte sei getötet worden, weil er Zeuge geworden war.
Bei dem 54-Jährigen geht die Staatsanwaltschaft von verminderter Schuldfähigkeit aus. Für seinen 30-jährigen Komplizen hatte sie eine lebenslange Haftstrafe wegen Mordes gefordert. Zudem solle das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen. Der Verteidiger des 30-jährigen Mannes hatte am Freitag eine Strafe von einem Jahr und sechs Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung gefordert.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 7. Juni 2019 15:00 Uhr

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