Brandenburg setzt auf Verkehr und Tourismus

Brandenburg setzt auf Verkehr und Tourismus

Während in einigen Teilen Südbrandenburgs noch Braunkohle abgebaut wird, ist sie in anderen Teilen Geschichte - wie im Elbe-Elster-Land. Für Brandenburgs Regierungschef Woidke kann die Region ein Vorbild sein. Er sagt, worauf das Land bei der Strukturentwicklung setzt.

Dietmar Woidke

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Strukturwandel Brandenburg setzt auf Verkehr und Tourismus. Foto: Patrick Pleul/Archivbild

Herzberg (Elster) (dpa/bb) - Die rot-rote Brandenburger Landesregierung sieht nach dem geplanten Ende des aktiven Braunkohletagebaus große Chancen für Verkehr und Tourismus. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hält etwa die Elbe-Elster-Region im Süden Brandenburgs für ein Modell. «In Elbe-Elster ist nach dem Ende der Braunkohleförderung viel geschehen», sagte Woidke laut Mitteilung nach einer auswärtigen Kabinettssitzung am Dienstag in Herzberg (Elster). «Die touristischen und kulturellen Potentiale wurden genutzt. Elbe-Elster kann damit Vorbild für die Regionen werden, in denen es gegenwärtig um die notwendige Strukturentwicklung geht.»
In der Lausitz wird noch in Welzow-Süd und Jänschwalde im Kreis Spree-Neiße abgebaut. Der Kohlekompromiss sieht einen Ausstieg aus der Förderung bis 2038 vor. «Die Lausitz soll Energie- und Industrieregion bleiben», sagte der Regierungschef in Herzberg (Elster). Elbe-Elster habe bereits viele Standorte der Industriekultur, die touristisch attraktiv seien. Die Landesregierung unterstützt den Landkreis nach eigenen Angaben dabei, den Wirtschaftsfaktor Tourismus noch stärker zu nutzen. So gibt es im Elbe-Elster-Land einige Industriemuseen wie das Besucherbergwerk Lichterfeld oder die Brikettfabrik Louise in Domsdorf.
Beim Bahnverkehr soll das Netz Elbe-Spree ab 2022 den Fahrgästen in Südbrandenburg Vorteile bringen. Die neue Linie Regionalexpress RE 8B soll den bisherigen RE 5 ersetzen und stündlich zwischen Berlin und Elsterwerda fahren. Die Züge der Dresdner Bahn (RE 8) sollen ab voraussichtlich 2025 fahren - ab Elsterwerda/Finsterwalde nach Berlin, Nauen und Wismar. Die Fahrzeit soll 10 Minuten geringer sein als bisher. Mit dem Netz Lausitz ab 2022 sollen die Linien RE 10, 13 sowie die Regionalbahnen 11 und 49 in Cottbus verknüpft werden. Bei einem Spitzengespräch zum Bahn-Standort Lausitz kommen an diesem Mittwoch Woidke und Bahn-Vorstand Ronald Pofalla nach Cottbus.
Das Bundeskabinett hatte im Mai Strukturhilfen für die vom Kohleausstieg betroffenen Länder auf den Weg gebracht. In der Lausitz sollen Wissenschaft und Forschung und der Ausbau der Verkehrssysteme Schwerpunkte sein.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 4. Juni 2019 20:00 Uhr

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