Stahlwerker streiken für mehr Geld und Urlaub

Stahlwerker streiken für mehr Geld und Urlaub

Sechs Prozent mehr Geld und eine höhere Urlaubs- und Ausbildungsvergütung: Im Tarifkonflikt der ostdeutschen Stahlindustrie machen die Arbeiter mit Warnstreiks Druck auf die Arbeitgeber und stellen sich an die Seite ihrer Kollegen im Westen.

Warnstreik der Stahlindustrie

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Gewerkschaftsmitglieder bei einem Warnstreik der IG Metall vor den Toren von ArcelorMittal. Foto: Christoph Reichwein/Archiv

Potsdam (dpa) - Die Stahlwerker erhöhen im Tarifkonflikt der ostdeutschen Stahlindustrie den Druck auf die Arbeitgeber. Am Dienstagmorgen legte nach Angaben der IG Metall die komplette Frühschicht von ArcelorMittal in Eisenhüttenstadt vorübergehend die Arbeit nieder. 750 Arbeiter traten in den Ausstand. Das Werk beschäftigt insgesamt 2700 Arbeiter in fünf Schichten.
«Die entschlossenen Belegschaften vor den Toren sind ein klares Signal an die Arbeitgeber: Bewegt Euch!», sagte IG-Metall-Sprecher Oliver Höbel. Die Gewerkschaft kündigte für diese Woche einen weiteren Warnstreik an.
Die IG Metall fordert für die 8000 Beschäftigten in der ostdeutschen Stahlindustrie unter anderem sechs Prozent mehr Geld und 1800 Euro Urlaubsvergütung, die in freie Zeit umgewandelt werden kann. Die erste Tarifverhandlung in der ostdeutschen Stahlindustrie endete am 28. Januar in Berlin ohne ein Angebot der Arbeitgeber.
Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Stahl, Bernhard Strippelmann, nannte das Forderungspaket der Gewerkschaft «äußerst ambitioniert». Der Deutschen Presse-Agentur sagte er: «Bei der Forderung nach sechs Prozent mehr Geld sollte ein Kompromiss gelingen.» Bauchschmerzen hat Strippelmann mit der Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Urlaubsgelds von 1800 Euro, das in freie Tage umgewandelt werden kann.
Auch für die Auszubildenden fordert die Gewerkschaft eine höhere Vergütung als ein klares Signal an junge Menschen. IG-Metall-Sprecher Oliver Höbel sagte dazu: «Die Arbeitgeber müssen da eine zusätzliche Schippe drauflegen, damit die Ausbildung in der Stahlindustrie attraktiv bleibt.»
Der Arbeitgeberverband findet die Forderung nach einer überproportionalen Erhöhung der Ausbildungsvergütung überzogen. Die Stahlindustrie habe jetzt schon mit die höchsten Ausbildungsvergütungen, sagte Strippelmann. «Wir sehen das Nachwuchsproblem, aber das kann nicht nur durch Geld gelöst werden».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 12. Februar 2019 15:00 Uhr

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