Gedenken an NS-Opfer in den brandenburgischen Gedenkstätten

Gedenken an NS-Opfer in den brandenburgischen Gedenkstätten

Alljährlich wird zum Holocaust-Gedenktag Ende Januar in den brandenburgischen Gedenkstätten an die Opfer der NS-Herrschaft erinnert. In diesem Jahr steht das Gedenken an Hunderte Kinder im Mittelpunkt.

Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

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Der Haupteingang zum ehemaligen Konzentrationslager, der heutigen Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen. Foto: Kristin Bethge/Archiv

Oranienburg (dpa/bb) - Mit Kranzniederlegungen, Vorträgen, Lesungen und einer Theateraufführung erinnern der Landtag und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten an die Opfer des Holocaust. Zum Internationalen Gedenktag am 27. Januar wird alljährlich der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau vor 74 Jahren durch die Rote Armee gedacht.
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) rief dazu auf, Rechtsextremismus wie Rechtspopulismus entgegenzutreten. «Rechtspopulisten wollen unsere Gesellschaft spalten. Sie säen Hass und grenzen andere Menschen aufgrund von Herkunft oder Religion aus», sagte Woidke laut Mitteilung vom Freitag. «Wir sollten nie vergessen, wohin das führen kann.»
In der Oranienburger Gedenkstätte Sachsenhausen wird an diesem Sonntag mit einer zentralen Veranstaltung der 6300 jüdischen Männer gedacht, die nach dem Novemberpogrom 1938 in das damalige Konzentrationslager verschleppt wurden. Beim Gedenken mit Kranzniederlegung an der ehemaligen Vernichtungsstätte «Station Z» will Landtagspräsidentin Britta Stark gemeinsam mit Schülern an die NS-Opfer erinnern.
Im ehemaligen Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück in Fürstenberg/Havel stehen die Kinderhäftlinge im Mittelpunkt. Rund 900 Kinder im Alter von 2 bis 16 Jahren aus vielen Ländern waren dort inhaftiert. Außerdem wurden dort mehr als 560 Kinder geboren. Im Zentrum einer Lesung stehen Erinnerungen von Kinderhäftlingen und Müttern, die in dem KZ ihre Babys zur Welt bringen mussten. Anschließend sollen am Ufer des Schwedtsees Blumen niedergelegt werden.
Bereits am Freitag wurden auf einer Glaswand an der Fassade der Bewegten Grundschule in Cottbus 150 von den Schülern bemalte Keramik-Schmetterlinge angebracht. Dieses internationale «Butterfly-Project» diene dazu, Schülerinnen und Schüler auf künstlerische Weise an das Thema Holocaust heranzuführen, teilte die Stadt mit. Jeder Schmetterling symbolisiere das Leben eines Kindes, das im Holocaust getötet wurde. Zur Einweihung der Installation waren auch Nachfahren des aus Cottbus stammenden Holocaust-Überlebenden Max Schindler aus den USA angereist.
In der Gedenkstätte Brandenburg/Havel soll am Sonntag am ehemaligen Standort der Gaskammer mit Kränzen an die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde erinnert werden. Anschließend wird das Theaterstück «Komm schöner Tod» aufgeführt, das die Euthanasie-Morde der Nationalsozialisten in Beziehung mit ethischen Fragen zu Behinderung und Medizin setzt.
In der Gedenkstätte Todesmarsch im Belower Wald geht es unterdessen im einem Vortrag um die Verfolgung der «Zeugen Jehovas» durch die Nationalsozialisten.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 25. Januar 2019 14:40 Uhr

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