Fachkräftemangel bedroht zunehmend Wirtschaft in Brandenburg

Fachkräftemangel bedroht zunehmend Wirtschaft in Brandenburg

In Brandenburgs Unternehmen florieren die Umsätze. Doch der Ausblick sinkt - auch wegen des zunehmenden Fachkräftemangels. Einige Firmen sehen dadurch sogar ihre Existenz bedroht.

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Die Wirtschaft in Brandenburg brummt. Foto: Arne Immanuel Bänsch/Archiv

Potsdam (dpa/bb) - Die Wirtschaft in Brandenburg brummt. Nach den aktuellen Herbst-Umfragen der drei Industrie- und Handelskammern (IHK) beurteilt eine große Mehrheit der Unternehmen die Lage als gut. «Die Konjunktur zwischen Prignitz und Fläming ist in diesem Herbst sehr robust», sagte der Hauptgeschäftsführer der IHK Potsdam, Mario Tobias. «Die Südbrandenburger Wirtschaft ist weiterhin in Höchstform», hieß es auch aus Cottbus.
Zunehmende Sorge macht aber der Fachkräftemangel. Einige Firmen sähen wegen des Fachkräftemangels inzwischen sogar ihre Existenz bedroht, erklärte die IHK in Frankfurt (Oder). Auch die IHK Potsdam berichtete von etwas eingetrübten Erwartungen. Neben dem Fachkräftemangel und den steigenden Arbeitskosten würden auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen als Gründe dafür genannt, sagte Tobias.
Weltweit hatten sich die Konjunkturaussichten zuletzt eingetrübt - nicht zuletzt wegen der Handelsstreitigkeiten, die US-Präsident Donald Trump ausgelöst hatte. Auch der Brexit macht Sorgen. «Die weltweiten Unsicherheiten bremsen die deutsche Wirtschaft aus», kommentierte am Donnerstag Ifo-Chef Clemens Fuest den jüngsten Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindexes.
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Frankfurt (Oder), Gundolf Schülke, betonte allerdings, dass der Brexit in seiner Region kaum ein Thema sei. 72 Prozent der 310 im IHK-Bereich befragten Unternehmen hätten aber den Fachkräftemangel als größtes Risiko angegeben. «Das entspricht auch unserer Wahrnehmung aus der täglichen Arbeit nah an den Firmen», sagte Schülke. Die aktuelle Lage schätzten aber 94 Prozent der Firmen als gut oder befriedigend ein.
«Inzwischen klagen sieben von zehn Unternehmen darüber, kein passendes Fachpersonal für freie Stellen zu finden. Wir sind an einem Punkt angekommen, der zutiefst besorgniserregend ist», erklärte der Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, Marcus Tolle. Bei der aktuellen Geschäftslage gebe es weiter überwiegend positive Rückmeldungen, auch wenn sich das Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen im Vergleich zum Vorjahr leicht verringert habe.
Die Potsdamer IHK berichtete weiter, dass in ihrem Bereich ein Drittel der Unternehmen Neueinstellungen plane. Allerdings: Mehr als 64 Prozent der Unternehmen hätten zuletzt offene Stellen längerfristig nicht besetzen können. 73 Prozent der Firmen gaben als Grund schlicht fehlende Bewerber an.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: 25. Oktober 2018