Senatorin: Hinter Morden steht keine Religion oder Kultur

Senatorin: Hinter Morden steht keine Religion oder Kultur

In der Debatte um einen Mord an einer Frau aus Afghanistan hat Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) ihre Ablehnung des Begriffs «Ehrenmord» verteidigt. «Hinter all diesen Morden steht keine Religion, steht keine Kultur, hinter all diesen Morden stehen patriarchale Strukturen», sagte Breitenbach am Dienstag. Diese Strukturen gebe es in unterschiedlicher Form und Ausprägung. «Aber so zu tun, als sei Gewalt an Frauen und der Mord an Frauen importiert, das ist auch nicht richtig.» Es gebe auch deutsche Männer, die ihre Frauen und Partnerinnen ermordeten.

Elke Breitenbach

© dpa

Senatorin Breitenbach spricht bei einer Pressekonferenz.

Beim Mord gebe es keine Ehre, sie spreche daher von «Femizid», sagte Breitenbach weiter. «Frauen werden gemordet, weil sie Frauen sind, aufgrund ihres Geschlechts.» Und weil sie sich ihre Selbstbestimmung nicht verbieten ließen, sagte Breitenbach.
Eine zweifache Mutter aus Afghanistan soll am 13. Juli in Berlin von zwei Brüdern getötet worden sein. Die Täter im Alter von 22 und 25 Jahren sollen die Leiche nach Bayern gebracht und dort vergraben haben. Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie hätten die Tat «aus gekränktem Ehrgefühl» begangen, weil das Leben der Schwester nicht ihren Moralvorstellungen entsprochen habe.
Die Rechtsanwältin Seyran Ates und der Psychologe Ahmad Mansour wiesen darauf hin, dass es bei diesen Taten um Morde an Frauen im Namen einer angeblichen Familienehre gehe. Es gebe diesen speziellen Ehrbegriff der Familie eben nur in bestimmten Gesellschaften und die männlichen Täter handelten danach.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 10. August 2021 14:34 Uhr

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