Justiz: Drogenhandel an Brennpunkten gezielter verfolgen

Justiz: Drogenhandel an Brennpunkten gezielter verfolgen

Die Berliner Justiz will gezielter und effektiver gegen den Rauschgifthandel und die Begleitkriminalität an bestimmten Brennpunkten in der Stadt vorgehen. Das kündigte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch (10. März 2021) an.

Polizei

© dpa

Polizist in Uniform.

Einzelheiten eines neuen Konzepts sollen am Donnerstag vorgestellt werden. Es gehe um die «konsequente Verfolgung von sogenannten Brennpunkttätern» mit Hilfe einer «täterorientierten Strategie» hieß es. Als Brennpunkte des Rauschgifthandels gelten etwa der gesamte Bereich zwischen Kottbusser Tor, Görlitzer Park und Wrangelkiez in Kreuzberg sowie dem RAW-Gelände in Friedrichshain, die Hasenheide in Neukölln sowie die U-Bahnlinie 8 zwischen Neukölln und Wedding.

Geisel fordert Staatsanwalt für Görlitzer Park

Innensenator Andreas Geisel (SPD) und Polizeipräsidentin Barbara Slowik hatten zuletzt mehrfach mehr Bemühungen der Staatsanwaltschaft im Kampf gegen die Kriminalität an diesen Orten gefordert. «Ein Staatsanwalt für den Görlitzer Park, so wie wir es vom Alexanderplatz kennen, wäre hilfreich, um der Kriminalität auf allen Ebenen entschlossen entgegenzutreten», sagte Geisel in der vergangenen Woche.

Polizei schätzt Zahl der Dealer und Straftäter auf 260

Üblicherweise bekommen Staatsanwälte Verdächtige nach Namen und Alphabet zugeordnet. Ist ein Staatsanwalt aber für alle Kriminalität an einem bestimmten Brennpunkt zuständig, hat er bei der Zusammenarbeit mit der Polizei einen viel besseren Überblick über die kriminellen Strukturen und Zusammenhänge vor Ort. So sind in den Drogenhandel im Görlitzer Park und seiner Umgebung nach Einschätzung der Polizei mehr als 260 Dealer und andere Straftäter verwickelt, die vor allem dort anzutreffen sind. Die Polizei hatte vor einem Jahr eine eigene Einheit für Brennpunktkriminalität in der Innenstadt mit 125 Mitgliedern gegründet.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 11. März 2021 08:06 Uhr

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