Schüsse vor Berliner Flüchtlingsunterkunft: Gefängnisstrafe

Schüsse vor Berliner Flüchtlingsunterkunft: Gefängnisstrafe

Weil er vor einer Flüchtlingsunterkunft in Hellersdorf mit einer Schreckschusswaffe mehrfach in die Luft geschossen und Drohungen gerufen hatte, ist ein 28-Jähriger zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Das Amtsgericht Tiergarten sprach den Mann am Donnerstag (25. Februar 2021) des vorsätzlichen Vollrauschs schuldig.

Justitia

© dpa

Eine Statue der Justitia.

Obwohl er wegen Straftaten unter Einfluss von Alkohol und Drogen vorbestraft ist, habe sich der Angeklagte im Februar 2020 erneut in einen Rausch versetzt und nachts vor der Flüchtlingsunterkunft «rumgeballert». Eine Bewährungsstrafe komme nicht mehr in Betracht. Der 28-Jährige hatte nach Angaben von Zeugen ausländerfeindliche Drohungen gerufen. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes hatten die Polizei alarmiert. Die Beamten nahmen den Verdächtigen an einem nahegelegenen U-Bahnhof fest. Die Anklage lautete auf Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten und Verstoß gegen das Waffengesetz. Auf vier Monate Gefängnis hatte die Staatsanwältin plädiert.
Das Gericht hatte allerdings Zweifel an der Steuerungsfähigkeit des Mannes zur Tatzeit. Er sei aber noch Herr seiner Sinne gewesen, als er die berauschenden Substanzen zu sich nahm. Damals habe er unter Bewährung gestanden. Nach den Schüssen habe er auf der Polizeiwache sämtliche Religionen beleidigt. Der Angeklagte hatte erklärt, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. «Das ist auch nicht meine Ideologie, mein Vater ist Libanese», so der Mann mit deutschem Pass. Seine Anwältin verlangte eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 25. Februar 2021 15:17 Uhr

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