Prozess: Stalker soll Ex-Freundin entführt haben

Prozess: Stalker soll Ex-Freundin entführt haben

Ein 33-jähriger Mann soll seine Ex-Freundin verfolgt, bedroht, entführt und vergewaltigt haben - nun hat der Prozess gegen ihn vor dem Landgericht Berlin begonnen.

Eine Figur der blinden Justitia

© dpa

Eine Figur der blinden Justitia.

Der Verteidiger erklärte am Montag (11. Januar 2021) nach Verlesung der Anklage, sein Mandant habe «einige Fehler gemacht». Die Vorwürfe der Geiselnahme und Vergewaltigung würden jedoch «entschieden zurückgewiesen». Der Mann soll die etwa zehn Jahre jüngere Frau laut Anklage im Februar 2020 in einer Wohnung im Stadtteil Neukölln geschlagen, gewürgt und mit dem Tode bedroht haben. An den beiden folgenden Tagen habe der mutmaßliche Stalker der Frau insgesamt 113 E-Mails geschrieben. «Du wirst mich anrufen oder es wird schlimmer», hat er laut Anklage unter anderem gedroht. Teilweise im Minutentakt habe er seine ehemalige Freundin kontaktiert und bedroht. Er habe ihre Trennung von ihm nicht akzeptieren wollen. 
Obwohl die Frau einen Beschluss nach dem Gewaltschutzgesetz erwirkt hatte und dem Angeklagten darin jegliche Kontaktaufnahme untersagt worden war, soll er sie mit weiteren Nachrichten belästigt haben. Zudem sei er vor ihrer Wohnung aufgetaucht und habe mehrfach das Auto ihrer Familie mit schwarzem Lack beschmiert, heißt es weiter in der Anklage. Er habe beabsichtigt, «ihren Alltag zu kontrollieren und ein fester Bestandteil desselben zu sein». Sie habe sich durch das Verhalten des Mannes gezwungen gesehen, ihre Handynummer und ihre E-Mail-Adresse zu ändern. Über einen längeren Zeitraum habe sie die Wohnung nicht mehr ohne Begleitung verlassen. 
Zuletzt soll der 33-Jährige die Frau im April 2020 mit einem Messer bedroht und sie gezwungen haben, in sein Fahrzeug einzusteigen. Nach einer Fahrt Richtung Ostsee habe er sie im Auto vergewaltigt, so die Anklage. Die Frau wird voraussichtlich im Februar im Prozess befragt werden. Die Verhandlung geht am 27. Januar weiter. 

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 12. Januar 2021 08:07 Uhr

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