2020: «Alex», «Kotti» und «Görli» bleiben Kriminalitäts-Hotspots

2020: «Alex», «Kotti» und «Görli» bleiben Kriminalitäts-Hotspots

Die bekannten Berliner Kriminalitäts-Hotspots sind auch im Corona-Jahr 2020 Anziehungspunkte für Drogenhändler, Taschendiebe, Ladendiebe, Betrüger und Schläger geblieben. Deutlich zurück ging an einigen Orten nur die Zahl bestimmter Verbrechen wie Ladendiebstahl oder Delikten, deren Opfer vor allem Touristen sind. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage der Linken hervor.

Blick auf den Alexanderplatz

© dpa

Blick auf den Alexanderplatz mit der Polizeiwache, Straßenbahn und Weltzeituhr vom Hotel Park Inn.

So zählte die Polizei auch im vergangenen Jahr am Alexanderplatz und rund um den Görlitzer Park in Kreuzberg mehr als 5000 Straftaten, am Hermannplatz und in der Hermannstraße in Neukölln waren es etwa 4000 Taten. Vor allem ging es vor allem um Ladendiebstahl und Taschendiebstahl, Drogenhandel, Körperverletzung, Schwarzfahren, Raubüberfälle und Widerstand gegen Polizisten. Am Kottbusser Tor wurden rund 3300 Straftaten erfasst, an der Warschauer Straße in Friedrichshain 2100 und in der Rigaer Straße an den zum Teil von Linksradikalen besetzten Häusern rund 1000 Delikte.

Weniger Kriminalität rund um das RAW-Gelände

Der größte Rückgang ist bei Diebstählen, Überfällen und Drogendelikten an der Warschauer Straße und dem angrenzenden RAW-Gelände festzustellen. Dort sind zahlreiche Kneipen und Clubs, die am Wochenende von jungen Menschen aus den Außenbezirken und Touristen besucht werden. Wegen der Corona-Pandemie waren dort im vergangenen Jahr viel weniger Menschen unterwegs. Deutlich weniger Laden- und Taschendiebstähle gab es hingegen am Alexanderplatz - dort hatten die Geschäfte lange geschlossen.

Personenkontrollen an «kriminalitätsbelasteten» Orten jederzeit möglich

Die sieben Orte sind von der Polizei als «kriminalitätsbelastet» eingestuft. Dadurch können Polizisten dort ohne Anlass Menschen kontrollieren, was sonst nicht möglich ist. Die Senatsinnenverwaltung teilte weiter mit, dass der kriminalitätsbelastete Bereich Görlitzer Park bereits im April 2020 um Teile des angrenzenden Wrangelkiezes Richtung Schlesisches Tor erweitert wurde. Grund sei eine «deutliche Zunahme erheblicher Straftaten (...), die das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung besonders beeinträchtigen, beispielsweise Raubtaten und offensiver Betäubungsmittelhandel». Die genauen Grenzen des so definierten Bereichs werden allerdings nicht bekanntgegeben, damit die Täter sich nicht einfach unmittelbar an den Grenzen postieren können.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Samstag, 9. Januar 2021 20:23 Uhr

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