Rassistische Polizisten-Chatgruppe: Verdächtiger suspendiert

Rassistische Polizisten-Chatgruppe: Verdächtiger suspendiert

Ein weiterer Berliner Polizeischüler soll in einer bereits bekannten Chatgruppe extremistische Inhalte verschickt haben. Die Wohnung des Verdächtigen wurde am Freitag (6. November 2020) durchsucht und es wurden Beweise beschlagnahmt, wie die Polizei mitteilte.

Das Wappen der Polizei Berlin auf einer Polizei-Uniform

© dpa

Das Wappen der Polizei Berlin auf einer Polizei-Uniform.

Der Verdächtige sei vom Polizeidienst suspendiert worden, weil ein in der Chatgruppe veröffentlichtes Bild in hohem Maße «die Dienst- und Treuepflichten» verletzt habe. Der Auszubildende bei der Polizei gehörte demnach zu einer Chatgruppe mit 26 Mitgliedern, die Anfang Oktober bekanntgeworden war. Mehrere Mitglieder tauschten laut Staatsanwaltschaft Nachrichten mit rassistischen Inhalten oder Hakenkreuzen aus. Ermittelt wurde wegen mutmaßlicher Volksverhetzung zunächst gegen sieben Verdächtige. Die Polizei leitete weitere Disziplinarverfahren ein.

knapp 40 Disziplinarverfahren gegen Polizisten wegen rechtsextremistischer Vorfälle

Polizeipräsidentin Barbara Slowik sprach Anfang der Woche von knapp 40 Disziplinarverfahren gegen Polizisten wegen des Verdachts von rechtsextremistischen Vorfällen. In etwa 20 dieser Fälle gehe es darum, die Polizeibeamten zu entlassen, sagte sie der Zeitung «Die Welt». «Wir haben Kolleginnen und Kollegen mit rechtsextremistischem Gedankengut in unseren Reihen. Das ist leider so.» Die Polizei gehe strikt dagegen vor. Von den 26 000 Beschäftigten der Polizei Berlin würden «aber 99,9 Prozent fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen».

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 6. November 2020 12:02 Uhr

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