Nach Terroranschlag in Wien: «Verstärkte Wachsamkeit» in Berlin

Nach Terroranschlag in Wien: «Verstärkte Wachsamkeit» in Berlin

Nach dem islamistischen Terroranschlag in Wien sind auch die Berliner Sicherheitsbehörden besonders aufmerksam und wachsam.

Andreas Geisel

© dpa

Andreas Geisel (SPD), Innensenator von Berlin.

Die Schutzmaßnahmen der Polizei für gefährdete Objekte wie Synagogen seien «sowieso auf hohem Niveau», teilte ein Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag (3. November 2020) der Deutschen Presse-Agentur mit. Aktuell gebe es nun noch eine «verstärkte Wachsamkeit». Geisel kündigte über Twitter an: «Unsere Antwort muss sein: konsequent die Täter verfolgen, bestrafen und die Hintergründe der Tat benennen. Unsere Antwort darf nicht sein: Die europäischen Werte von Freiheit, Toleranz und Vielfalt infrage zu stellen. Terror soll Angst verbreiten. Das dürfen wir nicht zulassen.»

Mindestens vier Menschen erschossen

Bei dem Anschlag am Montagabend erschoss ein 20-jähriger Anhänger der radikalislamistischen Terrormiliz IS nahe der Hauptsynagoge in der Wiener Innenstadt mindestens vier Menschen. Ein Dutzend weitere Menschen wurde verletzt. Anschließend wurde der Mann von der Polizei erschossen.

30 Menschen mit «islamistisch-terroristischem» Potenzial

In Berlin stufte der Verfassungsschutz Ende 2019 1140 Menschen als Salafisten - also besonders radikale Muslime - ein. Die Zahl nimmt seit langem von Jahr zu Jahr zu. 10 Prozent der etwa 100 Berliner Moscheen dienen demnach den Salafisten als Treffpunkte. Laut Verfassungsschutz gehören etwa 30 Menschen zu einem «islamistisch-terroristischen» Potenzial, sie kommen vor allem aus dem Nordkaukasus.

Zu viele potenzielle Gewalttäter, um sie zu überwachen

In ganz Deutschland zählte die Polizei Anfang Juli dieses Jahres 629 sogenannte islamistische Gefährder. Als solche bezeichnet sie Menschen, denen sie eine politisch motivierte Straftat von erheblicher Bedeutung zutraut - etwa einen Terroranschlag. Nach Einschätzung von Innenpolitikern sind das zu viele potenzielle Gewalttäter, um sie rund um die Uhr zu überwachen.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 3. November 2020 13:58 Uhr

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