Fall Nawalny: Russische Botschaft warnt vor «Politisierung»

Fall Nawalny: Russische Botschaft warnt vor «Politisierung»

Die russische Botschaft in Berlin hat die Bundesregierung vor einer «Politisierung» des Falls Nawalny gewarnt. «Wir rufen unsere Partner auf, jedwede Politisierung dieses Vorfalls zu vermeiden und sich ausschließlich auf glaubwürdige Fakten zu stützen, die hoffentlich schnellstmöglich geliefert werden», hieß es in einer am Mittwochabend veröffentlichten Erklärung.

Alexej Nawalny

© dpa

Alexej Nawalny, Oppositionsführer aus Russland.

Darin fordert die Botschaft die Bundesregierung auch zu einer «möglichst zeitnahen Antwort» auf ein Rechtshilfeersuchen aus der vergangenen Woche auf, in dem um Informationen zu den deutschen Untersuchungsergebnissen gebeten wurde. «Wir rechnen mit vollwertiger Zusammenarbeit und Informationsaustausch unter Einbeziehung der bestehenden bilateralen rechtlichen Mechanismen.»
Zuvor hatte ein Spezial-Labor der Bundeswehr im Blut des Kreml-Kritikers den chemischen Nervenkampfstoff Nowitschok nachgewiesen. Die Bundesregierung geht nun von einem «versuchten Giftmord» aus. Das Auswärtige Amt bestellte den russischen Botschafter Sergej Netschajew ein, um Russland dazu aufzufordern, «vollumfänglich und mit voller Transparenz» aufzuklären. Die Botschaft moniert aber, dass Netschajew «keine auf Fakten basierten Unterlagen» erhalten habe.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 2. September 2020 20:56 Uhr

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