Betrug mit falschen Polizisten: Siebeneinhalb Jahre Knast

Betrug mit falschen Polizisten: Siebeneinhalb Jahre Knast

Wegen Betrugs mit der Masche, bei der falsche Polizisten Senioren um ihr Vermögen bringen, ist ein 26-Jähriger zu siebeneinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht habe den Angeklagten unter anderem des banden- und gewerbsmäßigen Betrugs in 14 Fällen sowie der Amtsanmaßung schuldig gesprochen, wie Gerichtssprecherin Lisa Jani am Donnerstag sagte. Zudem sei die Einziehung von Wertersatz in Höhe von 667 800 Euro angeordnet worden.

Richterhammer

© dpa

Auf einer Richterbank im Landgericht liegt ein Richterhammer aus Holz.

Der 26-Jährige soll als «Abholer» agiert haben. Zuvor seien die Opfer von Komplizen von einem Callcenter in der Türkei aus angerufen worden. Dabei sei ein Verfahren eingesetzt worden, das es den Tätern ermöglichte, auf dem Display des angerufenen Telefons die Polizeirufnummer 110 anzeigen zu lassen. Angebliche Polizisten hätten sich gemeldet und vorgegaukelt, Einbrüche stünden bevor. Senioren seien überredet worden, Wertsachen vor dem Haus oder am Gartenzaun abzulegen - in der Annahme, das Vermögen in Sicherheit zu bringen.
Laut Anklage wurde eine 96 Jahre alte Berlinerin das älteste Opfer der mutmaßlichen Betrugsserie im September und Oktober 2019. Bei der Seniorin soll der 26-Jährige Geld und Schmuck im Wert von insgesamt rund 80 000 Euro abgeholt haben. Ein 90-jähriger Rentner habe entsprechend der telefonischen Anweisungen 36 000 Euro in eine Tasche gepackt und eingebüßt. In einem Fall seien bei einer 78-Jährigen Bargeld, Schmuck und Uhren im Wert von 350 000 Euro erbeutet worden.
Der Angeklagte war den Angaben zufolge festgenommen worden, als er eine von einer 82-Jährigen an einem Eckgrundstück deponierte Tasche mit 10 000 Euro und Schmuck an sich genommen habe. In das jetzige Urteil wurde eine in einem früheren Verfahren verhängte Strafe einbezogen. Die Staatsanwaltschaft habe acht Jahre Haft verlangt, so die Gerichtssprecherin. Der Verteidiger plädierte auf wenige als fünf Jahre Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. August 2020 16:19 Uhr

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