Mann verfolgt und niedergestochen? Vier Angeklagte schweigen

Mann verfolgt und niedergestochen? Vier Angeklagte schweigen

Weil sie einen jungen Mann in einem Streit zwischen zwei Gruppen in Berlin-Steglitz bis in einen Linienbus verfolgt und durch Messerstiche schwer verletzt haben sollen, stehen vier 16- bis 19-Jährige vor dem Landgericht. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Totschlag. Die Verteidiger erklärten zu Prozessbeginn am Donnerstag, ihre Mandanten würden sich zunächst nicht äußern.

Justitia vor Gerichtsgebäude

© dpa

Vor dem Gerichtsgebäude hält eine Statue der Justitia eine Waagschale.

Die 16- bis 19-Jährigen sollen am Abend des 8. Februar 2020 gemeinsam mit etwa 15 Personen unterwegs gewesen sein, als es laut Anklage mit einer dreiköpfigen Gruppe zu einer verbalen und körperlichen Auseinandersetzung gekommen sei. Einer der Kontrahenten sei aus Furcht vor den Angeklagten in einen an einer Bushaltestelle stehenden Linienbus geflüchtet. Die vier mutmaßlichen Angreifer seien dem damals 20-Jährigen gefolgt. Sie hätten ihn geschlagen, getreten und mit Messern durch sechs Stiche erheblich verletzt.
Als die von Zeugen alarmierte Polizei eintraf, hätten die Angeklagten fluchtartig den Bus verlassen, so der Staatsanwalt. Der 20-Jährige habe nur durch eine sofortige Operation gerettet werden können. Gegen zwei der Angeklagten war rund einen Monat nach der Tat Haftbefehl erlassen worden. Die beiden 19- und 16-Jährigen befinden sich seit rund fünf Monaten in Untersuchungshaft.
Die Vorsitzende Richterin teilte in der Verhandlung mit, dass am Vortag ein Zettel im Haftraum des 19-Jährigen sichergestellt worden sei, der möglicherweise Rückschlüsse auf das Aussageverhalten von Angeklagten und Zeugen zulasse. «Lasst einfach diese erfundene Story sagen», habe jemand notiert. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es Absprachen gegeben haben. Der Prozess wird am 24. August fortgesetzt.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 20. August 2020 12:27 Uhr

Weitere Polizeimeldungen