Stieftochter sexuell missbraucht: Gefängnisstrafe

Stieftochter sexuell missbraucht: Gefängnisstrafe

Weil er seine Stieftochter in einer Vielzahl von Fällen missbraucht hat, ist ein 45-jähriger Berliner zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Richterhammer

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Das Landgericht sprach den geständigen Mann am Donnerstag (18. Juni 2020) des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes in 68 Fällen sowie des Verschaffens von Kinderpornografie schuldig. Das Mädchen sei bei den Übergriffen in der Wohnung des Angeklagten zwölf Jahre alt gewesen und habe damals teilweise bei ihm gewohnt, hieß es im Urteil. Einige Taten habe der Mann gefilmt.
Die Anklage war zunächst von 498 Übergriffen in der Zeit von Juli 2010 bis Mai 2012 ausgegangen. Mehrere Fälle wurden bereits zu Beginn der Verhandlung eingestellt - unter anderem wegen Verjährung. Zudem sei im Prozess unklar geblieben, wie oft sich das Mädchen bei dem Angeklagten aufgehalten habe, sagte die Vorsitzende Richterin. Das Gericht habe sich bei der festgestellten Anzahl der Fälle auf die Angaben der heute 22-Jährigen sowie des Stiefvaters gestützt.
Der nicht vorbestrafte Angeklagte hatte erklärt, er sei von einer «Liebesbeziehung» ausgegangen und bedauere sein Verhalten zutiefst. Er habe damals getrennt von der Mutter des Mädchens gelebt. Bereits nach Bekanntwerden der Vorwürfe habe er sich im August 2012 in eine Therapie begeben und den Kontakt zu seiner Stieftochter abgebrochen.
In dem Verfahren habe es rechtsstaatswidrige Verzögerungen gegeben, hieß es weiter im Urteil. Zur Kompensation gelten demnach acht Monate der nun verhängten Strafe als vollstreckt. Obwohl die Vorwürfe 2012 bekannt wurden und der nicht inhaftierte Mann gestanden hatte, wurde den Angaben zufolge erst Anfang 2017 Anklage erhoben. Wegen vorrangiger Haftsachen seien danach bis zur Hauptverhandlung wiederum Jahre vergangen.
Die Staatsanwältin hatte auf sechs Jahre Gefängnis plädiert. Die Verteidigerin stellte keinen konkreten Antrag. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 18. Juni 2020 16:30 Uhr

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