Cyberangriff: Opposition verlangt Auskünfte von Senator

Cyberangriff: Opposition verlangt Auskünfte von Senator

Die Oppositionsfraktionen von FDP und CDU im Abgeordnetenhaus haben Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) fehlenden Aufklärungswillen bei dem Cyberangriff auf das Berliner Kammergericht vorgeworfen.

Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis90/ Die Grünen)

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Justizsenator Dirk Behrendt (Bündnis90/ Die Grünen).

Der Senator solle jetzt darlegen, welche Schäden entstanden sind und wie es weitergehe, sagte FDP-Abgeordneter Holger Krestel am 28. Januar 2020. Die CDU warf Behrendt vor, Informationen zurückzuhalten. Am 29. Januar solle der Grünen-Politiker im Rechtsausschuss erneut Stellung nehmen.

Keine Anzeichen für Abfluss hochsensibler Daten

Am 27. Januar hatte das Gericht mit Berufung auf ein Gutachten zu dem Trojaner-Angriff mitgeteilt, dass «aller Wahrscheinlichkeit nach» Daten gestohlen wurden. Die Justizverwaltung ging laut Mitteilung vom 27. Januar davon aus, dass durch die Schadsoftware Passwörter, wie beispielsweise Browserpasswörter, abgeflossen seien. Das Kammergericht bekräftigte am 28. Januar, es gebe keine Erkenntnisse, dass bei dem Cyberangriff mit der Schadsoftware Emotet hochsensible Daten abgeflossen sind.

«Das ist der Stand, den wir heute haben»

Gerichtssprecher Thomas Heymann betonte am 28. Januar, die Zugangsdaten hätten den Angreifern nichts mehr genützt, nachdem die Rechner vom Internet getrennt worden seien. Es sei nicht festgestellt worden, dass gespeicherte Dokumente wie Urteile oder Beschlüsse mit Daten wie Namen abgeflossen seien. «Das ist der Stand, den wir heute haben», so der Sprecher.

Informationen seien nicht in die Hände der Angreifer gelangt

Er gehe davon aus, dass Informationen etwa zu Prozessen zur Organisierten Kriminalität oder zu Terrorismus nicht in die Hände der Angreifer gelangt seien. «Wir gehen davon aus, dass noch rechtzeitig gehandelt wurde, bevor weiterer Schaden passiert ist», sagte Heymann zu einem Bericht des «Tagesspiegel» vom 28. Januar. Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin (ITDZ) hatte den Virus im Computersystem Ende September bemerkt. Die Rechner wurden daraufhin vom Internet getrennt und das Kammergericht vom Netz genommen.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 28. Januar 2020 15:00 Uhr

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