Angriff wegen Parkens in zweiter Reihe: Verwandte verurteilt

Angriff wegen Parkens in zweiter Reihe: Verwandte verurteilt

Ein Streit über das Parken in zweiter Reihe hatte in Moabit Tiergarten zu einer Prügelei geführt, bei der einem damaligen Lkw-Beifahrer ein Teil des linken Ohres abgebissen wurde.

Landgericht Berlin

© dpa

Der Eingang des Kriminalgerichts Moabit.

Mehr als zwei Jahre später hat das Amtsgericht Tiergarten am 26. November 2019 drei Verwandte wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Zwei Jahre und neun Monate Gefängnis ergingen gegen einen 30-Jährigen. Sein 52-jähriger Vater erhielt ein Jahr und sechs Monaten Haft auf Bewährung sowie ein einmonatiges Fahrverbot. Ein weiterer Verwandter (67) wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Aus «völlig nichtigem Anlass» seien drei Geschädigte verletzt worden, so das Gericht.
Der 52-Jährige habe sich im August 2017 als Autofahrer zunächst über einen Lkw beschwert, der in der zweiten Reihe stand, hieß es weiter. Dessen Besatzung habe den Wagen dennoch entladen. Nachdem der 52-Jährige trotz Enge an dem Lkw vorbeigefahren war, habe er Verstärkung herbeigerufen. Sie hätten die Besatzung des Lkw attackiert.

Lkw-Fahrer, Beifahrer und Passantin angegriffen

Der vorbestrafte 30-Jährige habe dem 25-jährigen Beifahrer in einer Rangelei ein Stück des Ohres abgebissen, so das Gericht. Zudem habe der er einer Frau, die schlichten wollte, einen Barhocker auf den Rücken geschlagen. Andere Männer hätten den Lkw-Fahrer geschlagen.

10 000 Euro als Täter-Opfer-Ausgleich

Strafmildernd wurde für Vater und Sohn berücksichtigt, dass der 25-Jährige von ihnen 10 000 Euro als Täter-Opfer-Ausgleich erhalte. Das Urteil entsprach im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Die Verteidiger von Vater und Sohn forderten Bewährungsstrafen von neun beziehungsweise 20 Monaten. Der Anwalt des 67-Jährigen plädierte auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Mittwoch, 27. November 2019 13:36 Uhr

Weitere Polizeimeldungen