Entsetzen nach Angriff in Halle: Polizei erhöht Präsenz

Entsetzen nach Angriff in Halle: Polizei erhöht Präsenz

Nach den tödlichen Schüssen in Halle hat die Polizei auch in Berlin und Brandenburg die Präsenz der Sicherheitskräfte vor jüdischen Einrichtungen verstärkt.

Polizei vor der Neuen Synagoge Berlin

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Ein Polizeibeamter läuft vor der Neuen Synagoge Berlin.

Politiker verurteilten den Angriff am Mittwoch (09. Oktober 2019) und sprachen den Angehörigen der Opfer ihr Mitgefühl aus. Auch Gedenken waren am Abend geplant etwa am Brandenburger Tor.
Bei Angriffen mitten in Halle/Saale wurden vor einer Synagoge und in einem Döner-Imbiss zwei Menschen erschossen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung und sieht in der Attacke eine staatsgefährdende Tat. Juden auf der ganzen Welt feierten den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.
In Berlin wurde die Hauptstadt-Polizei gebeten, die Schutzmaßnahmen für jüdische Einrichtungen in der Stadt umgehend und bis auf weiteres zu erhöhen. «Diese Maßnahmen setzen wir im Moment im Einvernehmen mit den jüdischen Gemeinden um», sagte Innensenator Andreas Geisel (SPD). Auch in Brandenburg seien Polizeikräfte im Einsatz, hieß es vom Polizeipräsidium in Potsdam.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte: «Unsere Gedanken sind so kurz nach dem schrecklichen Geschehen zuallererst bei den beiden ums Leben gekommenen Menschen und ihren Angehörigen.» Angesichts des hohen jüdischen Feiertags und des Tatorts lägen nun «schlimmste Befürchtungen nahe». Zunächst gelte es jedoch, eine Beruhigung der Lage und die Ergebnisse der Ermittlungen der Sicherheitsbehörden auf Bundesebene abzuwarten.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte: «Offenbar richtete sich dieser feige Angriff gegen eine Synagoge und damit gegen das jüdische Leben. Das ist entsetzlich und auf das Schärfste zu verurteilen.» Jüdisches Leben müsse in Deutschland und überall auf der Welt geschützt werden.
Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli rief dazu auf, ein Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen. «Ich möchte nicht, dass Juden in unserem Land Angst haben müssen. Lasst uns gemeinsam einen Schutzschirm gegen #Antisemitismus bilden», twitterte die SPD-Politikerin am Mittwoch nach den tödlichen Schüssen nahe der Synagoge in Halle/Saale. «Ich stelle mich daher heute ab 20 Uhr vor die Synagoge in der Oranienburger Straße. Kommt vorbei und zeigt Haltung!», kündigte Chebli unter dem Hashtag #WirstehenZusammen an.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Donnerstag, 10. Oktober 2019 08:20 Uhr

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