Sohn getötet: Freispruch für schuldunfähige Mutter

Sohn getötet: Freispruch für schuldunfähige Mutter

Eine Mutter, die ihren knapp einjährigen Sohn in ihrer Wohnung in Tempelhof erstickt hatte, ist freigesprochen worden.

Richterhammer aus Holz

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Auf einer Richterbank liegt ein hölzerner Richterhammer.

Die 30-Jährige habe zum Zeitpunkt der Tat im August 2018 unter einer schweren Depression gelitten, begründete das Landgericht am 30. April 2019 das Urteil. Nach einem psychiatrischen Gutachten sei nicht auszuschließen, dass ihre Steuerungsfähigkeit aufgehoben war. Auch Staatsanwaltschaft und Verteidigung hatten auf Freispruch plädiert.
Die geständige Angeklagte habe den Jungen kurz vor seinem ersten Geburtstag mit einer Vielzahl von Kissen und Decken vollständig bedeckt, hieß es im Urteil. Die von der Frau damals empfundene Ausweglosigkeit sei Teil ihres Krankheitsbildes. Sie habe das Kind zwar vorsätzlich getötet, aber «ohne Schuld im Sinne des Gesetzes gehandelt». Es habe sich um eine akute Erkrankung gehandelt. Von der Frau gehe keine Gefahr für die Allgemeinheit aus. Eine Unterbringung in der Psychiatrie sei nicht erforderlich.
Die Angeklagte war Anfang September 2018 auf einem Polizeiabschnitt erschienen. «Ich habe meinen Sohn getötet», soll sie angegeben haben. Beamte machten kurz darauf im Schlafzimmer der Wohnung der Frau den grausigen Fund. Als Hintergrund der Tat habe die Mutter Überforderung angegeben, hieß es damals. Die Frau soll noch drei Wochen neben der Leiche ihres Sohnes gelebt und dann das Verbrechen offenbart haben.
Telefonseelsorge
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Hilfe in Not- und Krisensituationen

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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 30. April 2019 16:15 Uhr

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