Gericht: Sicherungsverwahrung für Mörder nach Jugendstrafe

Gericht: Sicherungsverwahrung für Mörder nach Jugendstrafe

Gegen einen nach dem Jugendstrafrecht verurteilten Kindsmörder ist in Berlin nach Verbüßung seiner Strafe von zehn Jahren Haft die Sicherungsverwahrung verhängt worden.

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Das Landgericht habe entschieden, dass von dem Mann weiterhin große Gefahr ausgehe und er nicht freigelassen werden könne, sagte Gerichtssprecherin Lisa Jani am Freitag (19. Oktober).
Der Mann hatte als 16-Jähriger einen sieben Jahre alten Jungen aus Mordlust umgebracht. Der inzwischen 29-Jährige ist in Berlin der erste nach Jugendstrafrecht Verurteilte, gegen den eine nachträgliche Sicherungsverwahrung verhängt wurde.
Das Gericht habe bei dem Mann keine wesentliche Besserung bei der Bearbeitung seiner persönlichen Defizite gesehen, so die Sprecherin. Auch arbeite er die Straftat nicht auf. Die Entscheidung sei allerdings noch nicht rechtskräftig. Der 29-Jährige könne Revision einlegen, über die der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden müsste.
Der Mörder hatte im April 2018 die zehnjährige Strafe sowie weitere Strafen wegen Gewalt in der Haftanstalt verbüßt. Zuvor habe die Staatsanwaltschaft die Anordnung von Sicherungsverwahrung beantragt, sagte die Sprecherin. Das Landgericht habe die Unterbringung im März einstweilig verhängt und vor zwei Tagen in einer nicht öffentlichen Verhandlung angeordnet.
Derzeit muss er sich in einem Prozess um Körperverletzung vor dem Landgericht verantworten. Ihm werden Übergriffe auf zwei Mithäftlinge vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft forderte am Freitag 18 Monate Haft, die Verteidigerin Freispruch. Das Urteil fällt am 25. Oktober.
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Quelle: dpa

| Aktualisierung: Freitag, 19. Oktober 2018 16:33 Uhr

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