Viele Kinder haben große Lücken nach Lockdown

Viele Kinder haben große Lücken nach Lockdown

Die Rückkehr der 4. bis 6. Klassen an die Grundschulen ist aus Sicht des Interessenverbands Berliner Schulleitungen (IBS) kein organisatorisches Problem. Allerdings zeige sich, dass es bei vielen Kindern nach wochenlangem Homeschooling große Lücken gebe, sagte die IBS-Vorsitzende Astrid-Sabine Busse der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag (09. März 2021).

Schule

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Ein Mund-Nasen-Schutz liegt auf dem Tisch einer Schülerin.

Die meisten Kinder seien aber zum Unterricht erschienen. «Es sind einzelne, die nicht kommen. Ich bin selbst eben in einer 5. Klasse im Unterricht gewesen, da waren alle da», so die Leiterin einer Grundschule in Neukölln. Auch mit den Schnelltests für Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher gehe es voran: «Wir testen seit zwei Wochen. Die Kollegen müssen sich bis zu einem Tag vorher online anmelden, und wir haben bisher gut 200 Tests durchgeführt», sagte Busse. Für die gut 90 Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher an der Neuköllner Grundschule gibt es zweimal in der Woche die Möglichkeit, sich testen zu lassen. Vorbereitungen auf den Einsatz von Selbsttests für Schülerinnen und Schüler gebe es an ihrer Schule dagegen noch nicht. «Wer weiß, wann es die gibt», sagte Busse.

Unterricht in geteilten Lerngruppen

Ab Dienstag sind die Berliner Schulen wieder für die gesamten 1. bis 6. Klassen geöffnet, zuvor zunächst nur für Klasse 1 bis 3. Allerdings gibt es Unterricht in geteilten Lerngruppen und im Wechsel in der Schule und etwa mit Hilfe des Laptops zu Hause. Außerdem gilt keine Präsenzpflicht. Eltern können entscheiden, ihre Kinder nicht in die Schule zu schicken.

Keine gleichzeitige Betreuung aller Gruppen möglich

Berliner Elternvertreter sehen vor allem Schwierigkeiten beim Digitalunterricht von Schulkindern zu Hause. «Was Schulen können, ist Präsenzunterricht. Da wird es wenig Probleme geben», sagte der Landeselternausschuss-Vorsitzende Norman Heise. «Lehrer können nur eins: Sie können entweder in Präsenz unterrichten oder den Distanzunterricht begleiten, beides geht nicht», sagte Heise. «Das hat dann natürlich Nachteile für die Kinder, die zu Hause bleiben.»

Pläne für 7. bis 9. Klassen noch unklar

Die momentan meistgestellte Frage von Eltern sei, wie es mit den 7. bis 9. Klassen weitergehe, sagte Heise. Für sie hat die Bildungsverwaltung noch kein Datum genannt, wann sie grundsätzlich wieder in die Schulen dürfen und Wechselunterricht bekommen. Viele Eltern wünschten sich, dass das noch vor Ostern passiere. Schwierig werde das, wenn Schulen nicht die nötige technische Ausstattung hätten, Videounterricht anbieten zu können, so der Elternsprecher.

Quelle: dpa

| Aktualisierung: Dienstag, 9. März 2021 13:10 Uhr

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